Wiesbaden – Der dunkelhaarige, eher unauffällige Mann geht systematisch vor. Er hat einen Stadtplan und eine Lageskizze in der Hand, seine Einsatzorte sorgfältig mit grünem Leuchtstift markiert. Mit dem Rad fährt er die geplante Strecke ab, Stifte jedweder Farbe und Klebezettel hat er ausreichend dabei. Dann macht er sich an die Arbeit. Die Litfaßsäule nahe der Ringkirche, an der Ecke Klarenthaler / Marcobrunner Straße wird bis zur erreichbaren Höhe mit Bibelsprüchen beschriftet.
(…)
Mit logistischer Präzision setzt er sein eigentlich unheiliges Werk an Ampel- und Laternenmasten, Brief- und Verteilerkästen, Verkehrsschildern und eben auch Plakatwänden, Werbetafeln, Litfaßsäulen, sogar am Synagogenmahnmal, fort. Getrieben von einer wahnhaften Erkrankung (Schizophrenie), die ihn zum Täter macht und gleichzeitig vor Verfolgung schützt. (…)
Die Wall AG hat nun reagiert. Ein privater Sicherheitsdienst ist unterwegs, die Anlagen zu schützen. Das nutze, koste aber auch um die 20.000 Euro im Monat.
Weiterlesen:
http://www.wiesbadener-kurier.de/region/wiesbaden/meldungen/12070126.htm
Ein älterer Artikel darüber:
Wiesbadener hält sich für Jesus – Wände mit Bibeltexten beschmiert – Stadt machtlos
Der Kranke lebt in zwei Welten, einerseits der wahnhaften Vorstellung, einen Auftrag erfüllen zu müssen. Andererseits weiß er sich in der realen Welt geschickt zu behaupten: Als ihm das Amtsgericht einen Betreuer zur Seite stellte, klagte er. Mit Erfolg. Das Landgericht hob das Betreuungsverhältnis auf, die gesetzlichen Voraussetzungen seien nicht erfüllt. (…)
Im April 2005 ein Eklat: Mit antijüdischen Parolen – „Synagoge des Teufels“, „Mörder“, „Satansbrut“ – störte er eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Beim Tumult wurde er handgreiflich. Gegen Zahlung einer Geldbuße wurde das Verfahren eingestellt. Sein Verhalten habe sich immer mehr zugespitzt, sagen Bekannte. „Irgendwann tickt er durch.“
Weiterlesen:
http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rhein-main/10668324.htm


















































#1 von deradmiral am 14. Juni 2012 - 08:53
Handgreiflicher Einzeltäter. So so… Das macht 9 Admiral.
#2 von Martin Schmidt am 14. Juni 2012 - 10:32
Komisch, wie kann man dessen Wahn von dem Wahn der Kirchenfürsten unterscheiden?
Bzw. warum wird ersterer als solcher erkannt aber letzterer wird akzeptiert, ja gefördert?
Denn beide bilden sich ja etwas ein, was sehr unwahrscheinlich bis unmöglich ist.
#3 von Barkai am 14. Juni 2012 - 11:42
Im April 2005 ein Eklat: Mit antijüdischen Parolen
oh, hatte er zuvor weite Teile des NT, vor allem Johannes, ausgelassen?
Auf der anderen seite, wenn man ihn schon nicht stoppen kann, dann hoffe ich, dass er auch die Bibelsprüche auswählt, die von vielen europäischen Kuschel-Christen ncith so gerne gehört werden.
#4 von Mreins am 14. Juni 2012 - 15:56
Vielleicht hilft in diesem Fall auch dieses Spray
#5 von Wolfgang am 15. Juni 2012 - 10:41
Gegen Priester und andere gotternährte Scheinheilige ist doch der Staat auch machtlos….