Der wichtigste Dienst der Kirche für die Gesellschaft ist aus Sicht von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse der “Einspruch gegen den Allmachtsanspruch” der Politik. Politiker seien nach christlichem Verständnis “nicht für alles zuständig und auf keinen Fall für Erlösung”, sagte Thierse am Sonntag in Schwerte bei einer Veranstaltung der dortigen Katholischen Akademie.
Die damit verbundene “Einladung” an die Politiker, sich nicht selbst zu überschätzen und zu überfordern, befreie und beschütze zugleich die Religion vor parteipolitischem Missbrauch.
Weiterlesen:
http://www.domradio.de/aktuell/82208/thierse-religion-grenzt-allmachtsanspruch-der-politik-ein.html


















































#1 von AMB am 4. Juni 2012 - 07:20
Arme Katholen, wenn sie diesen Populismus wirklich glauben.
Es wäre besser, wenn die Politik die Macht der Kirchen einschränken würde.
#2 von Skydaddy am 4. Juni 2012 - 08:05
In was für einer Welt glaubt Thierse zu leben? Das immer wieder bemühte “Argument” von Religion als “Allmachtsversicherung” ist doch ein Strohmann – oder hat irgendwer den Eindruck, Politiker wären allmächtig oder könnten uns z.B. von der Finanzkrise erlösen?
Eher wird doch umgekehrt ein Schuh draus: Die Kirchen regeln permanent in Bereiche hinein, die sie nichts angehen. Besonders deutlich wird das beim kirchlichen Arbeitsrecht, bei Homosexualität, Verhütung, Abtreibung, Präimplantationsdiagnostik (PID) und der Forschung mit embryonalen Stammzellen.
#3 von Deus Ex Machina am 4. Juni 2012 - 08:44
Wäre mir neu, dass Politik Allmachtsansprüche erhebt. Herr Thierse will also nur behauptete Ansprüche gegen tatsächliche seitens der Kirchen eintauschen? Schlechter Tausch! Naja, wir haben ja hier schon so manchen Lapsus von ihm diskutiert, der neuerliche ist da kein Wunder.
#4 von klafuenf am 4. Juni 2012 - 08:55
Die Kathloban erheben sogar mit ihrem Namen den Allmachtsanspruch.
Fragen?
Ihr Zeuge.
#5 von emporda am 4. Juni 2012 - 09:07
Was für eine Dumpfbacke, derart krude Argumente um den Religionsanspruch zu verherrlichen
#6 von Hinterfragerin am 4. Juni 2012 - 09:30
Willkommen in Absurdistan.
Und ich dachte immer, die Tatsache, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, und dass wir garantierte Grundrechte haben, grenzt den Allmachtsanspruch der Politik ein. Silly me, dazu braucht es natürlich Gott.
Demokratische, pluralistische Verhältnisse, in denen den Machthabern kein Allmachtsanspuch zukommt, mussten allerdings unter anderem gegen die Religionsvertreter der damaligen Zeit erkämpft werden, gegen den Anspruch der Herrscher, “von Gottes Gnaden” zu herrschen. Damals bestimmte nicht umsonst auch noch der Machthaber, in enger Verbindung mit Vertretern der jeweiligen christlichen Konfession, nach welcher “Fasson” die Untertanen “selig” zu werden hatten..erhoben also durchaus den Anspruch, für die “Erlösung” der Untertanen zuständig zu sein.
Dass die Politik diesen Anspruch heute nicht mehr erhebt, dass auch die Machthaber nicht über dem Gesetz stehen, dass sie vom Volk kontrolliert werden, und sich nicht nur einer jeweils nach ihren Vorstellungen präsentierten “höheren Macht” untergeordnet fühlen, als deren angebliche “Stell-Verteter” sie sich realiter tatsächlich als absolute Herrscher fühlen und gerieren konnten, wurde GEGEN den Allmachtsanspruch der Religionen in ihrer damals engen Verbindung mit den weltlichen Machthabern durchgesetzt.
Thierse betreibt hier Geschichtsklitterung und beleidigt unsere demokratische Verfassung.
Jetzt mal abgesehen davon, dass er den Allmachtsanspruch der Religion schon dadurch unterstreicht, dass er seine persönliche Interpretation des Christentums als die Religion schlechthin darzustellen scheint. “Religion grenzt den Allmachtsanspruch der Politik ein” galt und gilt leider auch heute für viele christliche und muslimische Glaubensvertreter und Gläubige nicht – eher “Politik als Ausdruck religiöser Vorstellungen setzt die je eigenen Vorstellungen absolut”.
#7 von Noch ein Fragender am 4. Juni 2012 - 10:03
@ #7 HF
Volle Zustimmung.
Ich hatte beim Lesen des Artikels den Eindruck, dass Thierse mental noch nicht beim menschenrechtsbasierten gewaltenteilenden Staat der Bundesrepublik angekommen ist, sondern immer noch gegen das Politikverständnis des weltanschaulich fixierten marxistischen Einparteienstaat kämpft.
Es ist geradezu naiv zu meinen, es sei etwas damit gewonnen, wenn man die marxistische Ideologie durch eine christliche Ideologie ersetzt.
#8 von Max Headroom am 4. Juni 2012 - 11:37
Typischer Strohmann. Die Politik hat nicht den Anspruch einer Allmacht oder einer spirituellen Erlösung. Sie will Problemlösungen (z.Bsp. Arbeitsplätze, Umweltschutz) in Form von ausgehandelten Richtlinien und deren Einhaltung (Gesetzen), aber sie hat keine “Übermacht”, wie sie Geister und Götter haben sollen. Ab und zu wird sogar ein politischer Entschluss komplett gekippt, weil es sich nicht mit den Grundrechten (oder der politischen Linie für die man gewählt wird) vereinbaren lässt. Trotz Thierses herbeiphantasierten “Allmacht” guckt dann der Politiker in die Röhre
.
Religionen ebenso … und zeigen dies jedem. Es ist kein Problem, dass in allen Demokratien “das Potenzial für autoritäre Politik” vorhanden ist. Wo Macht ist, herrscht das Risiko zum “absoluten Machtanspruch”. Aber was soll ein Politiker machen, wenn auch er sich an ein Gesetz halten muss, weil er/sie ansonsten das Amt verliert? Grundgesetze ignorieren? Dann ist man heute, wo man die Freiheit so hoch schätzt, schneller auf einem Schleudersitz als man denkt
. Für Hern Thierse existiert wohl keine Opposition in unserer Politik
.
Da das Copyright für das Wort “Erlösung” bei der Religion liegt, darf man also das Wort nicht für ausserreligiöse “Problemlösungen” anwenden. Wie man sieht ist die Gefahr groß, dass Politiker die Lösung von Problemen – für die Politiker sich mit ihren Beratern hinsetzen und Gesetzesgrenzen aushandeln – zu groß. Wenn der Bürger einen “Bürgervertreter” wählt, der für ihn/sie Probleme lösen soll, dann ist die “Erlösung von der Problemlast” – sofern es in der Macht der Politik liegt – nun wahrlich kein Problem. Aber wie gesagt: das Copyright auf das Wort besitzt anscheinend die spirituelle Welt.
Religionen dürfen hingegen Menschen nach eigenem Wunsch “formen” – egal was seine Bedürfnisse sind. Das Zölibat ist ein gutes Beispiel, dass man die Rechte eines Menschen (eine Familie gründen zu dürfen) einschränken darf. Den Strohmann des arbeitenden Roboters kann Thierse gut anzünden.
#9 von Wolfgang am 4. Juni 2012 - 12:22
Herr Thierse bietet doch hier das beste Beispiel, was Religion bei den Menschen anrichtet. Eine mit der Muttermilch eingezogene Dummheit, lebenslänglich, fast unheilbar.
#10 von Elvenpath am 4. Juni 2012 - 12:58
Ja. Religion grenzt den Allmachtsanspruch der Politiker ein. Etwas Macht will die Kirche ja auch haben.
#11 von joduleckmi am 9. Juni 2012 - 11:59
Bei solch penetrantem missionarischem Verhalten. frage ich mich doch:
“Wann wird denn der Mann endlich heilig gesprochen” und in wessen Namen sitzt er eigentlich in unserem Bundestag, denn genau genommen ist er ja gar kein Volks?Verteter sondern schlicht und einfach Kirchen-Lobbyist?.
#12 von Wolfgang am 9. Juni 2012 - 12:41
“Es wäre doch furchtbar, wenn es tatsächlich ein Leben nach dem Tode geben würde: mit all diesen furchtsamen Brüdern und Schwestern wieder in einer Badewanne,z.B. Wulff, Thierse, Niebel, Zollitsch, Mixa, Gina-Lisa, Mutter Theresa und dem Papst. Ach du lieber Gott, was für eine Religion!!”
“Du kommst doch gar nicht mit diesen Leuten wieder zusammen, Du bist doch Atheist!!”
“Da bin ich mir aber bei der Auslegung des Vatikans aber gar nicht sicher!”