“Neue Studien (der Witz ist hier zu lesen) zeigen, dass Agnostiker und Atheisten weniger werden, während die Zahl der Gläubigen wächst”, sagt Toft. Die Religion boome in Afrika, Lateinamerika und Asien. In Staaten wie Nigeria und Indien sei man der Meinung, dass ein Politiker gläubig sein sollte. In den USA habe es früher geheißen, dass ein Katholik niemals Präsident werden könne. “Heute kann ein Atheist niemals Präsident werden”, schätzt die Direktorin der “Initiative Religion in International Affairs”.
(…)
“Religion stiftet Frieden”
Toft ist auch davon überzeugt, dass die Religion die Demokratie fördert und andersherum. “Wenn Sie sich anschauen, welche Länder sich seit den 1970er Jahren demokratisiert haben, haben religiöse Akteure in 63 Prozent der Fälle die Demokratisierung vorangetrieben.
Weiterlesen:
http://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=5471


















































#1 von AMB am 31. Mai 2012 - 18:32
Wie man sieht, Zeiten ändern sich.
Die Länder hätte ich gern gewusst. Und, was ist mit den restlichen 37%?
#2 von tela am 31. Mai 2012 - 18:56
Passend dazu grade gesehen: http://tmblr.co/ZekEWyMQvN-Q
#3 von wackee am 31. Mai 2012 - 19:07
Das ist nur dann ein Argument für den Glauben, wenn in prädemokratischen Staaten weniger als 63% der “Akteure” religiös sind, was mir schon arg weit hergeholt scheint.
#4 von AMB am 31. Mai 2012 - 19:42
@tela
Hätte nicht gedacht, dass es so was gibt.
#5 von Elvenpath am 31. Mai 2012 - 19:46
Ich lache mich kaputt, wie krampfhaft diese Läute nach einer Rechtfertigung für ihren Glauben suchen. LOL
#6 von Swilly am 31. Mai 2012 - 20:26
“Auf der anderen Seite hat Religion positiven Einfluss: Sie übt Druck auf autoritäre Regime aus, und sie stiftet Frieden”
Frieden stiften, so wie im Irak durch den wiedergeborenen Christen ( m.E. Kriegsverbrecher) Schorschdabbeljuu???
#7 von emporda am 31. Mai 2012 - 20:27
Ein Atheist kann niemals Papst werden, das ist zumindest sicher
#8 von pufaxx am 31. Mai 2012 - 21:08
@tela: Heftig …
#9 von Hinterfragerin am 31. Mai 2012 - 22:14
“In den USA habe es früher geheißen, dass ein Katholik niemals Präsident werden könne. Heute kann ein Atheist niemals Präsident werden”,”
In den USA hätte seit ihrer Gründung niemals ein dies offen bekennender Atheist Präsident werden können, was die Dame wohlweislich verschweigt. Es handelt sich sich hier nicht um eine Trendumkehr – vielmehr ist es wohl als Teil eines gewissen Trends hin zur “religiösen Toleranz” zu werten, dass es inzwischen einen katholischen Präsidenten gab.
Was mich an dem Gesamtartikel stört ist, dass mir eine klare Position fehlt. Mir ist nie ganz klar, ob die Autorin beschreibt oder wertet. Denn ihre Beschreibungen sind zumindest tendenziös zu nennen. Etwa, wenn sie meint, die Europäer düften nun in Abgrenzung von den Muslimen ihre “eigene” Religion wiederentdecken. Dies scheint mir auf Basis der mir bekannten Datenlage doch etwas spekulativ. Bzw. müsste man hier differenzieren zwischen der “Kulturreligion”, auf die in Politikerreden oft referiert wird, und dem tatsächlichen Glauben der Bevölkerung.
Da stehen Dinge nebeneinander, die nicht zusammenpassen – einerseits der angeblich demokratische Impetus vieler religiöser Akteure und der Kampf um Glaubens- und Gewissensfreiheit, andererseits die Betonung, die Renaissance des Religiösen drücke sich auch darin aus, dass in vielen Ländern Ungläubige eben keine Chance auf politische Ämter hätten. Wie geht das zusammen?
Und damit sind wir beim zweiten Punkt: Es fehlt mir Differenzierung, wobei dies am Artikel liegen und in Tofts Buch ganz anders sein kann.
Mir ist bei vielen Aussagen nicht ganz klar, ob diese sich nun auf einen globalen Durchschnitt beziehen, auf bestimmte Länder oder Regionen o.ä.m. Hier wäre aber bei Aussagen wie der, dass es Modernisierung, Globalisierung und Demokratisierung seien, die den Aufschwung der Religion auslösten, durchaus eine Spezifizierung geboten. Insbesondere, weil der Bedeutungsgewinn der Religion ja in manchen Weltgegenden auch als anti-moderner, anti-Globalisierungs-Reflex gelesen werden kann.
Bei manchen Aussagen (immer mehr Menschen werden in einen Glauben hineingeboren) bin ich nicht sicher, ob sie sich vielleicht auf absolute Zahlen bezieht, aber insinuiert, es ginge um relative Zahlen.
Deskriptiv gelesen mag die Dame in vielem Recht haben (auch wenn sie ihre Auslassungen in diesem Interview nicht empirisch untermauert, vermute ich, dass sie dies in ihrem Buch tut, und auf dieser Basis kann man ihre Schlußfolgerungen dann überprüfen). Ihre Erklärungen finde ich fragwürdig. Etwa, wenn sie darauf verweist, die Menschen wären “unbefriedigt vom materialistischen Lifestyle” (womit sie anscheinend die zwei Bedeutungen von materialistisch in eins setzt): Weshalb haben dann gerade jene Evangelikale solchen Zulauf, die den “Prosperity Gospel” predigen? Oder wenn sie meint, die Menschen sehnten sich “nach moralischer Ordnung”. Dies sind die Gründe, die sie dafür nennt, dass die Religion nicht “ausstirbt”. Von einer Politikwissenschaftlerin hätte ich da schon eine etwas differenziertere Analyse erwartet, die sich an den Erkenntnissen der Religionswissenschaften und der Religionsanthropologen/-soziologen orientiert.
Der Titel , “God´s Century”, ist zumindest irreführend, da es ja um diverseste Götter geht. Müsste es nicht zumindest heißen: “Das Jahrhundert der Götter”, oder “der Religion”. – zumal ein Trend ja der zum Synkretismus, zur Do-it-yourself-Religion ist.
#10 von Hinterfragerin am 31. Mai 2012 - 22:27
@ tela
Naja, zumindest dürfte in diesem Falle Bundesrecht tatsächlich Landesrecht brechen..
#11 von Hinterfragerin am 31. Mai 2012 - 23:16
http://www.edge.org/3rd_culture/paul07/paul07_index.html
Hier eine kritische Auseinandersetzung mit einer früheren Veröffentlichung von Frau Toft. Da die dort vertretenen Thesen denen des neuen Buches zu ähneln scheinen, ist die Kritik wohl auch in diesem Falle noch “gültig”.
Einer der Autoren ist Phil Zuckerman, der vielen hier bekannt sein dürfte. Ob er nächste Woche in der ZEIT die Chance zu einer Gegendarstellung bekommen wird
?
#12 von Andreas P am 1. Juni 2012 - 00:32
@Hinterfragerin, ‘Die Europäer düften nun in Abgrenzung von den Muslimen ihre “eigene” Religion wiederentdecken’
Das waere … ummm… traditionell ein buntes Mischmasch aus allen moeglichen Goetterpantheen (keine Sorge, gibt Umrechnungstabellen!), Schamanismen, Druidentuemern, Brauchtuemern und Riten, plus ein Haufen importiertes Zeugs, plus eine gesunde Skepsis der Gebildeten gegenueber jeder Form davon.
“Flaechendeckend christlich” ist Europa zu keiner Zeit gewesen.
#13 von Sheldon Lee Cooper am 1. Juni 2012 - 01:53
Ich finde es zumindest bemerkenswert, dass Swilly in seinem Kommentar nicht die Islamistenmobs anspricht, die in Bagdad nächtlich auf der Suche nach Schwulen sind, die sie totschlagen können, sondern stattdessen auf diejenigen zu sprechen kommt, die den Massenmörder Saddam Hussein und seine Schergen unter Einsatz ihres Lebens zur Strecke gebracht haben. Nein, nicht Saddam (der einen kompletten Koran mit seinem eigenen Blut hat schreiben lassen, während er Massenhinrichtungen durchführen ließ) war der Böse, sondern der amerikanische Präsident, der nur getan hat, was schon viel früher hätte getan werden müssen. Aber Hauptsache das Weltbild ist schön geschlossen.
#14 von Wolfgang am 1. Juni 2012 - 12:56
Toft? Was für ein Name und das eigenartige Gerede. Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde….tse, tse,tse.
#15 von Yeti am 1. Juni 2012 - 20:44
Wer sich für “belastbare” Statistiken interessiert:
_ttp://www.dreikoenigsgemeinde.de/glaube/glaube_abc_statistiken.php#anhaenger
Ich denke, die Quelle ist da einigermassen unverfänglich, hehe. Und die Statistik eindeutig. Man kann sie nur durch geschickte Manipulation in’s Positive biegen
#16 von Yeti am 1. Juni 2012 - 21:00
@Andreas P: “Keine Sorge, gibt Umrechnungstabellen!”
Danke, YMMD. Ich stelle mir das so vor:
1 JHWH = 1 Zeuss + 0.5 Jesus + 0.25 Venus + 0.25 Armor + 1 Prana
1 Allah = 100 JHWH + 27 Mars – 25 Venus – … – …
1 …
Vielleicht sollte mal jemand eine “offizielle” Umrechnungstabelle machen …
Die “Admiral”-Skala hat sich ja mittlerweile “hier” auch eingebürgert.
Hier müsste es allerdings schon eine Matrix statt einer “schnöden” Skala sein
#17 von DerBibliothekar am 1. Juni 2012 - 21:43
Religion boomt in Regionen, in denen es den Leuten öfter schlecht geht und in denen öfter repressive Regime herrschen.
Aber das ist bestimmt nur Zufall
#18 von Barkai am 1. Juni 2012 - 22:40
@AMB & tela,
gibt es auch nicht (mehr), denn
Die von der tabelle (durch Tela verlinkt) genannten Staaten sind: Arkansas, Pennsylvania, Mississippi, Texas, Tennessee, S. Carolina, Maryland.
Für 2 Staaten liegen deswegen gesonderte Verfahren vor, bei denen der Supreme court sehr klar entschieden aht, dass eine derartige diskriminierung nicht legal ist und gegen die Verfassung der USA verstößt.
South carolina
“In 1997, a South Carolina religious test for public office provision was struck down in Silverman v. Campbell, 486 S.E.2d 1 (S.C. 1997)”
Maryland
“See Torasco v. Watkins, 81 S. Ct. 1680 (1961). (…) The Supreme Court unanimously ruled the Maryland law unconstitutional. ”
für die anderen 8 staaten gitl gemäßt FFRF “Eight states still have language requiring a belief in God in order to take public office. However, the Torasco v. Watkins decision renders the statutes null and void. ” (Hervorhebung von mir)
Heißt also, dass die von Tela verlinkte graphik sich über Gesetze aufregt die überhaupt keine Gültigkeit mehr haben, zwar war im falle s. carolina ein gesonderter rechtsstreit von nöten, der aber ganz klar bestätigt hat, dass alle gesetze der einzelnen US-Bundesstaaten, die “religious tests” vorsehen NICHT mit der US-Verfassung konform gehen.
quelle: http://ffrf.org/faq/state-church/religious-tests-for-public-office/
#19 von Andreas P am 1. Juni 2012 - 22:57
@Barkai: Das stimmt mit meinen Informationen ueberein, trotzdem: US-Recht ist Common Law. Weil sich Rechtsauffassungen mit der Zeit aendern koennen, gehoeren diese (wirkungslosen) Regelungen gestrichen.
Das ist ziemlich mit der deutschen Situation vergleichbar: Auch da sehen einige Verfassungen Dinge vor, die mit Bundesrecht nicht vereinbar sind – etwa die Todesstrafe.
#20 von Tammox am 5. Juni 2012 - 03:23
Ein paar mehr TOFT-Zitate als in der PRO-Meldung und ein paar Anmerkungen zum Interview-Stil der ZEIT habe ich noch mal zusammengefasst:
http://tammox2.blogspot.de/2012/06/langsam-reicht-es-teil-ii.html
Sorry für die Selbtsvermarkung. Das tue ich sonst nicht, aber der Toft-Text ist noch nicht online auf zeit.de
LGT