Atheist Richard Dawkins überrascht Christen mit Agnostizismus

Er gilt, neben dem bereits verstorbenen Christopher Hitchens, als der wohl bekannteste Atheist der Welt. Doch in dieser Woche hat Professor Richard Dawkins seine Anhänger überrascht. Er gab zu, dass er nicht 100 Prozent sicher sein könne, dass Gott nicht doch existiere.

(…)

Als dann Dawkins widerum gestand, dass er die Existenz von Gott nicht 100 Prozent ausschließen könne, waren alle überrascht. Der Philosoph Sir Anthony Kenny, der die Diskussion leitete, warf ein: “Warum nennen Sie sich selbst dann nicht Agnostiker?” Daraufhin Dawkins: Das tue er doch. Ein äußerst ungläubiger Sir Anthony antwortete nun: “Sie werden als der weltbekannteste Atheist bezeichnet.” Eine Beschreibung, die Dawkins offenbar ganz und gar nicht schmeckt. Zu 6,9 von 7 sei er sich sicher, das Richtige zu glauben. “Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass es einen übernatürlichen Schöpfer gibt, ist sehr sehr niedrig.” 

Weiterlesen:

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/02/415415/richard-dawkins-existiert-gott-vielleicht-doch/

  1. #1 von Fitze Fatze am 25. Februar 2012 - 08:47

    Schließen sich denn Agnostizismus und Atheismus aus?

  2. #2 von Wolfgang Klosterhalfen am 25. Februar 2012 - 08:56

    Mir ist rätselhaft, wie man die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines Gottes berechnen kann.
    Angeblichen Phänomenen, deren Existenz nicht nachprüfbar ist, eine Wahrscheinlichkeit von 50% einzuräumen, ist auch Quatsch. Theoretisch bin ich Agnostiker, aber praktisch – und darauf kommt es an – “Atheist”.

  3. #3 von AMB am 25. Februar 2012 - 08:59

    LOL

    Christen können einfach nicht verstehen, dass ALLE Atheisten Agnostiker sind, weil sie klug und ehrlich sind.

    Noch nie hat ein “hoher” Christ gesagt, er kann sich nicht sicher sein, dass Gott doch nicht existiert. Trotz fehlender Gottesbeweise beharren sie auf ihre “Wahrheit”. Und wenn ein Dawkins mit Agnostizismus “überrascht”, fühlen sie sich auch noch bestätigt.

    Realsatire!

  4. #4 von deradmiral am 25. Februar 2012 - 09:06

    Die Debatte haben wir hier schon häufiger geführt. Jeder undogmatische Atheist ist ein Agnostiker. Mich würde die Existenz übermächtiger und superintelligenter Wesen schon interessieren und ich würde sie nicht leugnen, gäbe es glaubwürdige Hinweise.

    Ich würde sie sogar studieren wollen und herausfinden wollen, wie sie funktionieren, wo sie herkommen, wie sie sich entwickelt haben, etc. Sicher würde ich sie nicht verehren, denn das fände ich würdelos und würde meine Objektivität untergraben.

    Nun, leider Nerven uns die Christen, Moslems, Hindus, Juden, etc. mit sehr konkreten Vorstellungen, die einfach zu widerlegen sind. Daher fällt es mir leicht zu sagen, dass ich gegenüber solchen Göttern ein Atheist bin.

    Es fällt mir aber schwer zu glauben, wie jemand bei klarem Verstand diese Glaubensmodelle als vernünftig oder glaubwürdig bezeichnen kann.

  5. #5 von parksünder am 25. Februar 2012 - 09:16

    Wenn ich den “Gotteswahn” auch richtig in Erinnerung habe, hat Dawkins in seinem Buch auch behauptet, dass es er einen Schöpfer nie ganz ausschliessen kann. Insofern ist seine Aussage für mich nicht neu.
    Allerdings denkt Dawkins dabei an einen völig anderen Gottesbegriff als einen liebenden chrsitlichen Gott. Das Blöde ist, dass unter Gott ja jeder etwas anderes verstehen kann.

  6. #6 von nexic77 am 25. Februar 2012 - 10:07

    Meine Güte, jeder der sein Buch “Gottenwahn” gelesen hat weiß das Dawnkins nie behauptet hat er sei zu 100% Atheist.

    Aber Christen klammern sich mit einer Kleingeistigkeit an jeden Wortfetzen von Dawnkins in der Hoffnung es würde seine Integrität beschädingen.

    Erbärmlich..

  7. #7 von sicDaniel am 25. Februar 2012 - 10:29

    ~parksünder: Richtig, wollte ich auch gerade schreiben. Wer Dawkins’ Buch gelesen hat, wer also weiß, wovon er spricht und wer unvoreingenommen in diese Diskussion geht – der kann hiervon nicht wirklich überrascht sein. Die anwesenden Christen waren nun aber sehr überrascht, wie ich lesen muss. Das wiederum überrascht mich nicht.

  8. #8 von Sheldon Lee Cooper am 25. Februar 2012 - 10:56

    @parksünder
    > Wenn ich den “Gotteswahn” auch richtig in Erinnerung habe, hat Dawkins in seinem Buch auch behauptet,
    > dass es er einen Schöpfer nie ganz ausschliessen kann. Insofern ist seine Aussage für mich nicht neu.

    Das stimmt. Du musst nur wissen, dass Christen, Muslime und Co., die sich kritisch mit Dawkins auseinandersetzen, seine Bücher meistens nicht gelesen haben, weshalb sie nur eine Karikatur seiner Ansichten kritisieren können, die sie von anderen Autoren aufgeschnappt haben. Das ist ein bekanntes Phänomen, dass insbesondere Apologeten ihres Glaubens die Argumente gegen ihre eigene Position überhaupt nicht kennen.

  9. #9 von AndreasA am 25. Februar 2012 - 11:00

    @sicDaniel

    Wer Dawkins’ Buch gelesen hat, wer also weiß, wovon er spricht…

    Schön wäre es! ;-)

    Leider werden manche Menschen durch religiotische Hirnviren oft daran gehindert.

  10. #10 von Deus Ex Machina am 25. Februar 2012 - 12:25

    Was eventuell jubelnde Religioten aber jetzt wohl übersehen, ist, dass nach dem gleichen Denkmuseter Dawkins (und Atheisten) eben auch andere Gottheiten nicht letztendlich ausschließen (können/wollen/werden). Soviel zum Stichwort “Horizont”.

  11. #11 von Randifan am 25. Februar 2012 - 12:41

    Die Christen können die Existenz Odins, Shivas und Zeus genauso wenig zu 100 % ausschließen. Dann wäre ihr Horizont genauso eingeschränkt.

  12. #12 von Max Headroom am 25. Februar 2012 - 13:29

    Als dann Dawkins widerum gestand, dass er die Existenz von Gott nicht 100 Prozent ausschließen könne, waren alle überrascht. (..)

    Hä?
    Was soll daran “überraschend” sein? Ich kann ja auch nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass die Erde flach ist und wir nur Teil eines intergalaktischen Pornofilmes sind. Alter Hut. Doch 99,99999..% davon überzeugt zu sein, dass es keine Götter gibt, ist immer noch mehr als genug :) .

    (..) erklärte Dawkins, dass er für sich selbst die Bezeichnung Agnostiker bevorzuge und eben nicht Atheist. (.) “Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass es einen übernatürlichen Schöpfer gibt, ist sehr sehr niedrig.”

    AFAIK hat er dies schon damals erwähnt. Entweder in seinem Buch, oder auf Nachfrage – weiss ich selbst nicht mehr so genau. Damit ist er erkenntnismäßig ein Agnostiker – was ich auch bin. Da ich aber nicht von der Existenz an Göttern überzeugt bin und keinen theistischen Glauben besitze, macht mich dies zum nicht-theistischgläubigen Menchen. Dafür gibt es einen bekannten griechischen Ausdruck.

    So warf etwa der Erzbischof ein, dass er durchaus daran glaube, dass sich die Menscheheit aus einem nicht-menschlichen Ahn entwickelt hätte, die Menschen aber niemals das “Abbild Gottes” seien.

    Als der Erzbischof wiederum gestand, dass die Menschen niemals das Abbild Gottes seien (oder gewesen sind?), waren alle überrascht (..)
    Ich erlebe eine Deja-vu :) .
    Kleiner Scherz. Über viele Jahre vermitteln Christen das “Wissen”, dass der Mensch ein Abbild Gottes sein soll. Man macht sich als Ungläubiger den Spaß und bringt Rückenschmerzen und Plattfüße hinein ;) . Selbst moralisch ist dieser Satz ein Problem, da der Mensch auch grausames anstellen kann, welches dann im obigen Fall zur Idee folgen muss, dass die Wahl zur “Grausamkeit” und die damit verbundene Überzeugung “das Richtige zu tun”, genauso auch bei einer Gottheit zu finden ist. Das man also das “richtige” tut, wenn man dem Willen der Gottheit (bzw. der Religion) folgt, kann also auch ein Fehler sein. Eine “absolute Wahrheit” kann es hierzu wohl nicht geben. Für ein Wesen, welches das Absolute sein soll, eine sehr minderwertige Position :) .

    Darüber hinaus sei auch das Buch Genesis nicht wörtlich zu nehmen. Die Autoren von einst und die Physik des 21. Jahrhunderts seien schließlich etwas grundverschiedenes.

    Auch Werte im 21stem Jahrhunder sind nicht mit den Werten aus der Bibel vereinbar. Schließlich ist die Gesellschaft des 21stem Jahrhundert und die Gesellschaft der Autoren von einst sehr verschieden. Und so weiter, und so fort…

  13. #13 von polymath am 25. Februar 2012 - 13:31

    Doch in dieser Woche hat Professor Richard Dawkins seine Anhänger überrascht.

    Wirklich? Mich würde mal interessieren mit wievielen seiner “Anhänger” (als ob er ein Kult-Guru wär) die Autoren des Artikels gesprochen haben…

  14. #14 von Sputnic am 25. Februar 2012 - 16:08

    Zumal er das mit Zitaten seines Buches begründet (1-7 Skala)

  15. #15 von Hinterfragerin am 25. Februar 2012 - 20:58

    Falls es schon verlinkt war, verzeiht mir, aber ich fand es interessant, deswegen hier (nochmal) die volle Diskussion:

  16. #16 von wildbetta am 25. Februar 2012 - 22:07

    Man sieht, wie sehr die theistische Seite sich doch mit den Schriften und Argumenten des “Krawallatheisten” Dawkins befasst hat :D

  17. #17 von Ezri am 25. Februar 2012 - 22:09

    @Sputnic: Zumal er das mit Zitaten seines Buches begründet (1-7 Skala) <— in der Taschenbuchausgabe vom Ulstein Verlag auf den Seiten 72 – 73

  18. #18 von Stephan am 26. Februar 2012 - 09:56

    Und morgen will Gott ihm die Sklavenhalterei vergeben, wenn er sich endlich zum Christentum bekennt…