Büttenredner und Karnevalsjecken machen auch vor Kirchen- und Glaubensthemen nicht halt. Darüber, ob Satire wirklich alles darf, gab es schon immer geteilte Meinungen. Nach Ansicht des Kölner Kabarettisten Jürgen Becker gehören Gotteslästerung und Kirchenkritik zum Karneval.
(…)
Auseinandersetzungen zwischen Vertretern der katholischen Kirche und der Stunksitzung haben eine lange Geschichte: Für Becker, der die alternative “Stunksitzung” 1984 gegründet hat, gehören sie als “Ritual” dazu. In den vergangenen Jahren hatte das Bistum Köln Scherze über Erzbischof Joachim Meisner kritisiert, die auf der Sitzung gemacht wurden. Derlei Bedenken sieht der Kölner Kabarettist Jürgen Becker gelassen: Er glaube kaum, dass ein Witz über Meisner andere Menschen verletze. “Bei Jesus sieht die Sache schon anders aus”, räumt der Kabarettist gegenüber “Christ und Welt” ein. “Wenn Menschen, sich mir gegenüber da betroffen äußern, gebe ich ihnen zu bedenken: Ein Witz ist umgekehrte Zuwendung.”
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#1 von Sheldon Lee Cooper am 16. Februar 2012 - 17:42
Nein, die Kirche gehört in den Karneval. Kirchenkritik gehört ins Schulbuch!
#2 von Ezri am 16. Februar 2012 - 17:47
“Wenn Menschen, sich mir gegenüber da betroffen äußern, gebe ich ihnen zu bedenken: Ein Witz ist umgekehrte Zuwendung.” wie weichgespült…
#3 von Noch ein Fragender am 16. Februar 2012 - 20:10
Gotteslästerung macht gar keinen Spaß – der reagiert einfach nicht.
#4 von Michael am 17. Februar 2012 - 01:32
“ob Satire wirklich alles darf,”
Diese Frage hat schon vor vielen Jahren Dieter Hildebrandt beantwortet: Alles, ausser langweilig sein.
#5 von Wolfgang am 17. Februar 2012 - 12:38
Es gibt keine Gotteslästerung, weil es keinen Gott gibt. Es gibt die Kirche und die Kritik an der Kirche trifft immer ins Schwarze.
#6 von Randifan am 17. Februar 2012 - 12:55
Für manche strenggläubige Christen betreiben die organisierten Kirchen Gotteslästerung.
#7 von Wolfgang am 17. Februar 2012 - 14:07
“Strenggläubig” war und ist auch der ehemalige Bundespräsident Wulff . Nur hat ihm sein Glaube nicht geholfen und er wurde von “Gott verlassen” und jetzt von Frau Merkel auch. Sein Verhalten ist strenggenommen eine Gotteslästerung: Er hat einen Eid als strenggläubiger Christ, Ministerpräsident und als Bundespräsident abgegeben: “so wahr mir Gott helfe”.Un-glaub-würdig.
#8 von AndreasA am 17. Februar 2012 - 14:44
Ab heute ist Wulff gar kein echter Christ mehr
#9 von Autonomer Atheist am 17. Februar 2012 - 16:45
“So wahr mir Gott helfe” passt zu dem Unionsspacken: “Nimm waste christ!” — was Wulff hinlänglich praktizierte…
Trotzdem hätte er wenigstens den (Rest-)Anstand haben können, mit seinem Rücktritt bis kommende Woche zu warten. Jetzt müssen sämtliche Karnevalskünstler auf den letzten Drücker die Reden umschreiben, echt asozial…
#10 von Max Headroom am 17. Februar 2012 - 17:03
Wenn Kirchen- und Glaubensthemen sich ausserhalb der Privatssphäre auch in der Öffentlichkeit breit machen, dann werden sie auch öffentlich von Kabarettisten und Witzelieferanten auf die Schippe genommen – so wie alles andere auch
.
Nein. Auch wenn Menschen den atheistischen Lebensweg nicht teilen, erwarte ich “ein Mindestmaß an Respekt” und möchte nicht als jemand angesehen werden, der auf ewig an irgendwelchen dunklen feuchten Höllenorten vor sich hinvegetieren sollen – solange sie sich nicht zum “Heiligsten” bekennen. Ungläubige werden von diesen Menschen eben anders empfunden als Gläubige, die “zumindest an etwas glauben”. Wenn sich Gruppe A berechtigt fühlt, darüber frei denken zu dürfen – und dies (unter sich/öffentlich) auch kundzutun – dann hat dieses Recht auch für Gruppe B zu gelten, die es “auf ihre Weise” macht – solange man keine Gruppe verfolgt oder bedroht. Es ist noch immer eine Büttenrede, und kein Aufruf zur Hexenverfolgung.
Schei* auf Gott! Wenn er sich da gekränkt fühlt, kann er gerne selbst was dazu sagen. Alle andere Götter und Göttinnen dieser Welt haben sich ja auch nicht beschwert
.
Wenn man das “muslimische Publikum” vom “muslimischen Glauben” differenziert, stehen einem da alle Wege offen. Mohammed auf einem Elektroroller? IMO kein Problem. Nicht die Menschen gehören “veralbert”, sondern der Glaube, die Religion
.
#11 von Lebrac am 17. Februar 2012 - 17:16
Darum rühre nie am Schlaf der Welt.
Helau! Helau!! Helau!!!
#12 von Desperadox am 17. Februar 2012 - 23:57
Umgekehrte Zuwendung=Abwendung?