Studie: 2005 glaubten 52 Prozent der EU-Bürger an Gott

Stellt man den Bürgern selber die Gretchenfrage „Wie hältst du es mit der Religion?“ zeigt sich doch ein deutlich anderes Bild. Lediglich 52 Prozent der Befragten in den 25 EU-Staaten glaubten an einen Gott, 27 Prozent verstehen sich als Transzendentale, die an eine spirituelle Kraft glauben, 18 Prozent glauben weder an einen Gott noch an irgendeine spirituelle Kraft, drei Prozent machten dazu keine Angaben.

Auch in Deutschland war bereits 2005 keine „gottgläubige Mehrheit“ mehr festzustellen (47 % stimmen zu: „Ich glaube, dass es eine Gott gibt“). Auch wenn es weitere 25 Prozent Transzendentale gibt („Ich glaube, dass es eine andere spirituelle Kraft gibt“) und damit rund 70 Prozent der Befragten in Deutschland eine religiös-/transzendentale Sicht auf Mächte haben, so ist es eben nicht mehr die Mehrheit einer ‚geoffenbarten christlichen Gottheit‘.

Weiterlesen:

http://hpd.de/node/12867?page=0,0

  1. #1 von Max Headroom am 8. Februar 2012 - 18:50

    Wieviele von ihnen glauben an Isis oder andere ägyptische Götter? ;) .

  2. #2 von Ezri am 8. Februar 2012 - 19:19

    Mir egal, ich liebe Spaghetti :D

  3. #3 von Sheldon Lee Cooper am 8. Februar 2012 - 19:54

    Die Norweger glauben wohl noch an Trolle oder andere Waldgeister.

  4. #4 von dieter am 8. Februar 2012 - 20:14

    egal ob mehrheit oder nicht. keine minderheit darf unterdrückt werden. demokratie ist auch nur eine weitere form der herrschaft.

  5. #5 von Sokrates am 8. Februar 2012 - 20:35

    Hab nicht ganz verstanden, ist das jetzt ein Fortschritt, dass viele nur noch “Transzedental” statt christlich sind?

  6. #6 von Wolfgang Klosterhalfen am 8. Februar 2012 - 20:46

    Hier meine Zusammenstellung von Befragungen zum christlichen Glauben:
    http://www.reimbibel.de/statistik.htm

  7. #7 von Thorsten am 8. Februar 2012 - 20:49

    @Sokrates
    Da die einschlägigen Monotheismen berüchtigt für ihre Intoleranz und ihren Absolutheitsanspruch sind, ist wohl der Glaube an irgendwas “Transzendentales” wohl tatsächlich ein Fortschritt. Zumindest aus humanistischer Sicht. Als naturwissenschaftlich denkender Mensch hält sich der Fortschritt freilich in Grenzen.

  8. #8 von Thorsten am 8. Februar 2012 - 20:57

    Wieso ist eigentlich die Türkei in der Statistik? Hab ich da was verpasst? Nach meinem Kenntnisstand ist sie noch (lange) kein EU-Mitglied. Wollte das irgendjemand den Gottgläubischen-Anteil über 50% mogeln? Ohne die Türkei dürfte die bei höchstens 45% liegen.

  9. #9 von Andreas P am 8. Februar 2012 - 21:09

    @Thorsten: “Ausgewaehlte europaeische Laender”, in den EU-25 ist die Tuerkei nicht mit drin. Die Schweiz ist es ja auch nicht.

    - Scheint nach Bevoelkerung gewichtet zu sein?

  10. #10 von Hinterfragerin am 8. Februar 2012 - 22:16

    @ Sokrates

    Nun, ob man an “eine Art höheres Wesen/ Geist/ Lebens-Kraft” (so etwa die englische Formulierung der Frage) glaubt oder an “einen Gott” ist schon ein Unterschied. Man könnte erstere Gruppe als Pantheisten oder vielleicht auch als Deisten einordnen, da müsste man wohl näher nachfragen. Hier finden wohl auch all viele, die in Befragungen angeben, an einen Gott zu glauben, jedoch nicht an einen personalen Gott.

    Wer die Geschichte des “Unglaubens” ein bisschen studiert hat weiß, dass solche Menschen lange Zeit von den Mainstreamkonfessionen ohne Umschweife als “Atheisten” eingestuft wurden. Dies widerspricht der modernen Begriffsverwendung, dennoch hat es auch aus Sicht der “Freidenkergeschichtsschreibung” fast schon Tradition, diesen Personenkreis sozusagen zumindest für Seite der Zweifler zu reklamieren. Nicht ganz zu Unrecht.

    Ich stimme Thorsten zu: Der “Fortschritt” besteht darin, dass die meisten dieser Menschen keiner organisierten Religion angehören und eher vage Glaubensvorstellungen haben dürften (da müsste man näher nachfragen). Aus solchen lassen sich aber keine Versuche politischer Einflussnahme ableiten, auf solchen lassen sich schlecht Ausgrenzungsdiskurse aufbauen.

    Da ich selber lange genug zu dieser Gruppe gehört habe und sehr viele Menschen kenne, die nominell Christen sind, sich aber dieser Gruppe zuordnen lassen und zudem einige Studien zum Thema gelesen habe, wage ich die Behauptung, dass vielen dieser Menschen die Absurdität eher traditioneller Glaubensvorstellungen durchaus bewusst ist (insbesondere aufgrund von deren Vielzahl und Kollision mit naturwissenschaftlichen und historischen Fakten). Dennoch können sie sich nicht vorstellen, dass “dies alles sein soll” oder “dass mit dem Tod alles aufhört” bzw. “dass alles nur aus Zufall entstanden ist” (O-Töne). Daher der Glaube an eine “Art höhere Macht”.

    Jetzt mal abgesehen davon, dass auch der Glaube an “einen Gott” sehr viel Interpretationsspielraum lässt. Welcher Gott? Welche Eigenschaften werden diesem zugeschrieben? Ist es ein personaler Gott (manche mögen sich hier verorten, glauben aber eher an einen deistischen Gott)?

  11. #11 von Andreas P am 8. Februar 2012 - 22:48

    Das entscheidende sind hier weniger absolute Zahlen – je nachdem, wer die Fragen wem in welchem Kontext wie stellt, kommen da ziemlich breit streuende Werte raus. Bei gleicher Methodik ueber Jahre hinweg lassen sich aber Trends ablesen, oder eben hier, im Vergleich verschiedener Laender (allerdings, Uebersetzungprobleme!). In die eher vagen Aussagen kann man vieles reinlesen; insbesondere die Mittelkategorie halte ich fuer wenig klar und wahrscheinlich sehr heterogen.

  12. #12 von Sputnic am 9. Februar 2012 - 08:35

    @AndreasP [...]Mittelkategorie halte ich fuer wenig klar und wahrscheinlich sehr heterogen
    Auch das ist schon ein Vorteil, viel unterschiedlicher Blödsinn mittelt sich besser raus als ein monolithischer

  13. #13 von Wolfgang am 9. Februar 2012 - 12:50

    “Ich glaube, dass es einen Gott gibt. 47%”

    Jene 47% GLAUBEN aber sie WISSEN es nicht. Das macht aber die 47%igen so gefährlich. Glaubende sind zu allem fähig, das hat die Geschichte in der Vergangenheit und in der Gegenwart genügend gezeigt.

    Kein einziger Glaubender ist in der Lage , einen Atheisten überzeugend und ohne Beschimpfung zu “missionieren”.

    Ich traue grundsätzlich keinem Theologen oder Politiker, denn die arbeiten Hand in Hand, des Geldes wegen, sonst ist da nur Hokuspokus.

    Ansonsten bin ich mit der Schöpfung sehr zufrieden. Sehr gut ausgedacht, auch ein Mensch muss sterben! Was wäre eine Unsterblichkeit, in diesem unseren wulffschen Lande??? Ach du lieber Gott!

  14. #14 von Andreas P am 9. Februar 2012 - 14:27

    @Sputnic: Macht das ganze eher undeutbar, IMHO.

    Unter den “Ich glaube an einen Gott” werden sich auch einige Deisten und sicherlich Muslime einordnen. Aber auch Leute, die “an Gott glauben, aber nicht so wie die Kirche” – was immer das heissen mag, aber letztlich: Menschen, die sich nicht als Christen sehen.

    Nun sind in der Mittelkategorie sicher viele, die den Ausdruck “Gott” nicht moegen, die sich aber problemlos dem Theismus zuordnen lassen – also, an eine personifizierte “hoehere Macht” glauben, und viel konkreter wird’s im Protestantismus dann ja auch nicht.

    Und so kann man in Deutschland den Atheistenanteil irgendwo zwischen 25% und mehr als 53% verorten, je nach Auslegung. (BBT glaubt ja an 0.0%, weltweit. :D )

  15. #15 von swilly am 9. Februar 2012 - 18:00

    Ein bisschen korrekter könnte der Artikel schon sein: 26 Staaten sind in der Statistik aufgeführt, davon sind 4 Staaten nicht Mitglied der EU (Türkei, Schweiz, Norwegen, Island). Also ist schon die Überschrift falsch gewählt und die Informationen von der Quelle (Bundeszentrale für politische Bildung) offensichtlich unkorrekt übernommen worden.

    http://www.bpb.de/wissen/HVJL84,0,0,Religi%F6ser_und_spiritueller_Glaube.html

  16. #16 von Andreas P am 9. Februar 2012 - 18:12

    @Swilly: Hae?

    Die 52% beziehen sich auf den ersten Eintrag, da steht “EU-25″. Dass auch andere europaeische Staaten in der Statistik aufgefuehrt sind, macht doch die Zahl nicht falsch – und ebensowenig die Ueberschrift?

  17. #17 von Andreas P am 9. Februar 2012 - 18:16

    AMB: Jetzt ist sie falsch.

    (Mindestens stehen die 52% der *Europaer* nirgends)

  18. #18 von AMB am 9. Februar 2012 - 18:21

    @AndreasP

    Dank dir habe ich es wieder rückgängig gemacht. ;)