Die Publikation sei ein „Wegweiser in geistlich orientierungsloser Zeit“, sagte der Vorsitzende des „Kuratoriums Deutscher Schulbuchpreis“ im Verein „Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft“, Wolfram Ellinghaus (Harsewinkel bei Detmold), bei der Verleihung der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung am 28. Januar in Eichstätt (Oberbayern). Der Katechismus gebe Jugendlichen Zuversicht und Mut bei der Gestaltung des eigenen Lebens. Es liefere konkrete Antworten auf zahlreiche Glaubensfragen.
(…)
Schweidler: An Gott und die Evolutionslehre glauben
Der Vorsitzende des Vereins „Lernen für die Deutsche und Europäische Zukunft“, Prof. Walter Schweidler (Eichstätt), sagte in seiner Laudatio, der Youcat habe zu Recht seinen Platz in der Schule gefunden. Der Jugendkatechismus stehe nicht kontrovers zu anderen dort gelehrten Wissenschaften. So sei es möglich, an die Evolutionslehre zu glauben und gleichzeitig Gott als Schöpfer der Welt anzuerkennen. Der christliche Glaube sei eine Ergänzung der Wissenschaft, da er eine Erklärung für Fragen habe, bei denen die Wissenschaft an Grenzen stoße. So könne die Naturwissenschaft die Entstehung der Welt und die Naturgesetze nicht erklären. Das Christentum gebe hier Antworten. Das „Kuratorium Deutscher Schulbuchpreis“ vergibt die Auszeichnung seit 1990. Geehrt werden Bücher, „die den Schülern Ehrfurcht vor Gott, Nächstenliebe, Toleranz und Dialogfähigkeit auf der Grundlage einer eigenen ethisch hohen christlichen Überzeugung vermitteln“.
Weiterlesen:
http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/ein-wegweiser-in-geistlich-orientierungsloser-zeit-1.html
















































#1 von klosterwolf am 30. Januar 2012 - 07:58
Herr Kubitza war vom Youcat nicht ganz so begeistert:
http://www.herrenzimmer.de/2011/11/18/15171/
#2 von AMB am 30. Januar 2012 - 08:01
Das ist nur ein kleiner unbedeutender christlicher Preis.
Hmmm? ET ohne Gott vs. Schöpfung mit Gott
Mir ist kein Fall bekannt, wo der christliche Aberglaube der Wissenschaft bei deinem Problem helfen konnte. Sie behindert Erkenntnis, sonst nichts!
Ich glaub mich tritt ein Pferd!!
#3 von deradmiral am 30. Januar 2012 - 08:07
Da sollen die Verkaufszahlen angekurbelt werden. Das grelle Licht der Aufklärung soll wohl in den Kinderzimmern mit diesem Buch etwas gedimmt werden, damit der Nachwuchs der katholischen Missbrauchsvertuscherkirche und Opfer-mit-5000-Euro-Abspeiser nicht ausgeht.
Erbsünde ist ja zu geil, als dass man sie den Kurzen nicht aufbrummen sollte.
#4 von Deus Ex Machina am 30. Januar 2012 - 08:12
“Das Christentum gebe hier Antworten.”
–> JA: “Gott war es!” Tolle Antwort! Damit ist gar nichts erklärt.
#5 von Mondsplitter am 30. Januar 2012 - 08:54
Charles Darwin würde sich im Grabe umdrehen, wenn er denn noch könnte.
2002 wurde ein evolutionskritisches Buch ausgezeichnet, das sagt wohl im Zusammenhang mit der Aussage “So sei es möglich, an die Evolutionslehre zu glauben und gleichzeitig Gott als Schöpfer der Welt anzuerkennen.” alles über diesen Preis aus.
Eigentlich müssten die deutschen Schulen gegen diesen Preis protestieren, da die ausgezeichneten Bücher mit Lehren und Lernen im schulischen Sinne nur wenig bis gar nichts zu tun haben.
Die Psychologischen Institute hätten vermutlich auch noch genug Grund zur Klage, was die sinnfreie Aussage angeht, dass Moral und Werte nur durch Religion vermittelt werden kann.
#6 von Skydaddy am 30. Januar 2012 - 11:04
Aus der Youcat-Kritik von Heinz-Werner Kubitza:
09. Ist die Welt ein Produkt des Zufalls?
[audio="http://athventskalender.files.wordpress.com/2011/12/youcat09.mp3"]
10. Wer hat die Welt erschaffen?
[audio="http://athventskalender.files.wordpress.com/2011/12/youcat10.mp3"]
#7 von Desperadox am 30. Januar 2012 - 13:14
Das ist wohl eher ein bayrischer Schulbuchpreis.Ich würde es nicht zulassen,das meinen Kindern in der Schule Aberglauben vermittelt wird.Müssen Schulbücher denn keinen wissenschaftlichen Minimalanspruch erfüllen?Wie kann es in Deutschland erlaubt sein,Kinder in der Schule von der Kirche indoktrinieren zu lassen?
#8 von Barkai am 30. Januar 2012 - 13:19
@Desperadox,
da wir auch Religionsbuecher fuer den Reliutnerrricht in Deutschland haben: nein, schulbuecher muessen wohl keinen Mindestanspruch erfuellen.
desweiteren sit es in Deutschland ncith unueblich auch ausserhalb des reliunterrichtes mti Religion belaestigt zu werden, Gideons duerfen Bibelnm in eigentlich saekulaeren unterichtseinheiten verteilen, ohne dass Schueler den raum verlassen duerfen, Geschichtslehrerin redet davon, dass die forderung der Todesstrafe an Jesus durch einige Juden historisch sei, Deutschlehrerin schwaermt vom biblischen Gott. Also es hat bei mir in der Schulzeit auch eingie vorfaelle gegeben, waere diese in den USA passiert, waere diese ganz klar illegal gewesen.
#9 von Noch ein Fragender am 30. Januar 2012 - 13:38
Wann bekommt Kubitza einen Jugendbuchpreis?
#10 von Hinterfragerin am 30. Januar 2012 - 17:04
“Darüber hinaus sollen Schulbücher ein Vorbild an unvoreingenommener Sachlichkeit in allen Bereichen bieten und die Schüler zu der gleichen vernunftgemäßen Unbestechlichkeit bei der Beurteilung aller wichtigen Fragen der Welt, der Natur, der Gesellschaft, des eigenen Lebens und fremder Einzelschiksale erziehen.”
Das stammt aus den Kriterien für die Vergabe des Preises. Ich lach mich schlapp.
Vor allem vor diesem Hintergrund, den Mondsplitter schon andeutete:
“Am 13. November 2007 haben wir eingeladen zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema: “Kritische Anfragen an die Evolutionslehre” (Dr. Reinhard Junker, Studiengemeinschaft Wort und Wissen, Buchautor: “Leben – woher?”, mit Siegfried Scherer “Evolution – Ein kritisches Lehrbuch” u.a.) nach Bielefeld eingeladen. Weitere Informationen zu dieser Tagung finden Sie bei unseren Dokumentationen.”
Herr Weihbischof Laun hat den Preis auch schon erhalten
.
Tragisch, dass sich Leute, die man für ernstzunehmende akademische Philosophen halten könnte (Prof. Schweidler) für so etwas hergeben. Speziell die offene Unterstützung des Kreationismus ist sehr bedenklich.
#11 von mara am 30. Januar 2012 - 17:06
mir wird schlecht.
#12 von Hinterfragerin am 30. Januar 2012 - 17:16
“Müssen Schulbücher denn keinen wissenschaftlichen Minimalanspruch erfüllen?”
Sie müssen den Lehrplanvorgaben der Länder entsprechen und werden diesbezüglich auch überprüft. Diese wiederum sollten dem Stand der Forschung entsprechen, hinken aber ziemlich hinterher..
Die meisten Autoren sind meines Wissens (und meiner Erfahrung nach, ich habe länger frei für einen Schulbuchverlag gearbeitet) Lehrer, was Vorteile hat, aber auch Nachteile – die wenigsten davon arbeiten selbst wissenschaftlich oder haben einmal wissenschaftlich gearbeitet.
Was in der Schule leider regelmäßig zu kurz kommt ist kritisches Hinterfragen. Einzelne sehr engagierte LehrerInnen können hier das Problem nicht lösen. Ich muss leider sagen, dass dies auch an der Lehrerausbildung und den LehrerInnen liegt – wobei ich viele LehrerInnen kenne, die wirklich gut und engagiert sind!
Die Ausbildung produziert letztlich Jasager, vor allem das bayerische Ausbildungssystem – und auch vor dem Ref fallen die Lehramtsstudierenden durchschnittlich (!) meist wenig durch theoretische Reflektiertheit und Interesse an kritischen wissenschaftlichen Diskussionen auf. Dies ist nicht nur meine Beobachtung, sondern die vieler DozentInnen, mit denen ich gesprochen habe – allerdings ist mir klar, dass Anekdoten keine Daten sind. Und dass Ausnahmen die Regel bestätigen.
#13 von R.Kinck am 30. Januar 2012 - 17:39
„Der Jugendkatechismus stehe nicht kontrovers zu anderen dort gelehrten Wissenschaften“
Der Satz müsste richtigerweise lauten: „Der Jugendkatechismus stehe nicht kontrovers zu dort gelehrten Wissenschaften“, denn Religion ist nun mal keine Wissenschaft!
„So sei es möglich, an die Evolutionslehre zu glauben und gleichzeitig Gott als Schöpfer der Welt anzuerkennen.“
Glauben kann man das schwarz gleich weis ist und der Kreis vier Ecken hat. Es stellt dann aber die Frage wie ernst Wissenschaft in einer Gesellschaft genommen wird, in der gleichzeitig gelehrt wird, dass es ein besseres, der Wissenschaft überlegenes Erklärungsmodell gibt, dieses jedoch weder zu konkreten Anwendungen führt geschweige denn überprüfbar ist. Wenn man an die Evolutionstheorie „glaubt“ ist sowieso schon etwas falsch gelaufen.
„Der christliche Glaube sei eine Ergänzung der Wissenschaft, da er eine Erklärung für Fragen habe, bei denen die Wissenschaft an Grenzen stoße.“
Die Wissenschaft hat ihre Grenzen, wird sie wahrscheinlich auch immer haben. Unser gesichertes Wissen wird jedoch Tag für Tag weiter ausgedehnt und jedes Mal stellt sich die die wissenschaftliche Erklärung als die bessere heraus. Warum also nicht einfach das Unbekannte als dass belassen was es ist bis eine wissenschaftliche Erklärung gefunden wurde? Sich irgendeinen göttlichen Schund aus den Fingern zu saugen den man dann im Lichte neure Erkenntnisse verbissen verteidigen und schließlich aufgeben oder zumindest bis zur Unkenntlichkeit relativieren muss ist jedenfalls mehr als peinlich.
#14 von emporda am 30. Januar 2012 - 17:44
@Hinterfragerin
Die meisten Autoren sind meines Wissens (und meiner Erfahrung nach, ich habe länger frei für einen Schulbuchverlag gearbeitet) Lehrer, was Vorteile hat, aber auch Nachteile – die wenigsten davon arbeiten selbst wissenschaftlich oder haben einmal wissenschaftlich gearbeitet.
—–
Ich kann nach 14 Jahren Ehe mit einer Lehrerin das nur bestätigen. In all den Jahren hat sie nicht eine einzige Seite gelesen zur beruflichen Fortbildung, während ich als Forschungs- und Enwicklungsingenieur ständig mit neuen Technkien konfrontiert war, die gemeistert werden mussten. Je nach Fach und Alterstufe sind die Lehrbücker sicher 3 – 5 Technologie-Generationen hinter der Zeit zurück.
#15 von Andreas P am 30. Januar 2012 - 18:16
@HF: Ich koennte dazu mit Daten kommen… Die beste Untersuchung stammt aus den USA und zeigt, dass sich MINT-Lehrer weit ueberdurchschnittlich aus dem unteren College-Begabungsdrittel rekrutieren (war vor ein paar Monaten in der Science). Fuer D kenne ich solche allgemeinen Untersuchungen nicht, aber in Mathe und den Naturwissenschaften zumindest duerfte das aehnlich sein – die Laender nehmen da letztlich jeden; und das Lehramtsstudium brach traditionell da ab, wo vom Grundlagenpauken zu Anwendung und Forschen uebergeleitet wurde. (Das wird vermutlich immer noch so sein.)
Bei den Latein- und Griechischlehrern sind dagegen oft sehr faehige und interessierte Leute dabei, weil die wohl auch kein anderes studiennahes Berufsfeld haben, das in groesseren Mengen gute Leute aufsaugen koennte, und das Studium sehr anspruchsvoll ist. Bei den Ottonormalsprachen und den “Laberfaechern” dagegen finden sich viele, die vor allem von den vergleichsweise guten finanziellen und sonstigen Verguenstigungen angesprochen werden – und der Berufssicherheit.
Generell, den Beruf zu waehlen, den man als einzigen 12-13 Jahre vorexerziert bekam, statt sich erst mal auch andernortens Gedanken zu machen, duerfte negativ mit Kreativitaet und Hinterfragedrang korreliert sein…
#16 von Max Headroom am 30. Januar 2012 - 18:42
Und mehr nicht. Theologische Wissenschaften bemühen sich, diese “Glaubensfragen” mit der *hust* wissenschaftlichen *hust* Herangehensweise wiederum z.Bsp. mit der historischen Forschung in Einklang zu bringen, doch der Youcat ist kein wissenschaftliches Werk. Es ist die reine geglaubte Kirchenwahrheit, und hat weder mit der Erforschung des Lebens eines Jesus oder seiner jüdischen Religion zu tun. Es ist nur ein Clubheft des großen katholischen Buchclubs. Nicht mehr, und nicht weniger.
Weshalb? Die Kirche ist doch schon gespalten worden, weil einige mit der Lehre der RKK nicht einverstanden waren. Eine weitere Aufspaltung wäre wohl nicht aufgrund dieses “Jugendbuches” geschehen, was nichts neues der Lehre zufügt, sondern nur “jugendlicher” geschrieben ist. Da der Kirche die alte Basis langsam wegstirbt, ködert sie das Frischfleisch eben mit “hippen” Büchern über den Kirchenglauben. Kein Wunder, dass der Papst da seinen Unterstützungssegen erteilt hat
.
Wie wäre es, als Zugabe zum Youcat den “Erwachsenen-”KKK beizulegen?
.
Unverfälscht… In Normalsprache und ungekürzt?Ja, in einer katholischen Schule. Aus konfessionellen Gründen ist seine Existenz dort berechtigt. Ansonsten ist dieser Katholizismuspropaganda nicht aussagekräftig genug, um als “wissenschaftliche Literatur” durchzugehen. Fan-Fictions über ausserirdische Völker oder Vampirclans sind eben Stoff für die Märchen-AG des Deutschkurses. Sie bringen den Alienfans das ausserirdische Familienleben näher, dienen aber nicht der Erforschung der Ausserirdischen. So auch der Youcat, der mit Jesus wohl den Namen und die Symbolik seines Mordinstrumentes gemeinsam hat – ansonsten nur die Lehre der Kirche widerspiegelt. Und die ist alles andere als “wahr” und “einzigartig”
.
Doch, er steht der wissenschaftlichen Welt vollkommen entgegen, da er von der Grundannahme ausgeht, dass dort die Behauptung “Gott” stimmt. Darauf wird alles “Wissen” aufgebaut. Vollkommen unüberprüfbar. Der christliche Glaube steht abseits der Wissenschaft, denn die Wissenschaft hinterfragt und kann sich auch komplett irren und korrigieren. Der christliche Glaube bekanntlich nicht – wenn es nach den vielen unterschiedlichen “wahren Christen” geht
.
Schwachsinn. Das Christentum ist aufgrund ihrer dogmatischen Unbelegbarkeit vollkommen beliebig durch sämtliche fantasiereiche Vorstellungen des Menschen ersetzbar. Die Entstehung der Welt kann deshalb aufgrund der Schöpfung des personifizierten Superlativs der Liebe geschehen sein – wie auch durch das Schnäutzen einer interdimensionalen Schwerkraft mit Sprachfehler. Absolut nichts muss man überprüfen, sondern nur glauben. Mit dieser Methode wären sämtliche Esoterik-Produkte gleichermaßen “wahr” und müssten von den Ärzten als gleichwertige medizinische Produkte angesehen werden. Aber wir warten wohl aus berechtigtem Grunde wohl lange auf den Tag, an dem der Kaiserschnitt mit Hilfe von Pendeln “zugenäht” wird, damit eine “narbenlose Operation” – so glaubt man es – erfolgreich verlaufen kann
. Das Christentum gibt hier keine Antworten, sondern erfindet sich nur ihr eigenes Universum, mit eigenen Gestalten und (Über-)Naturgesetzen.
@Hinterfragerin
. Während Du wieder Zeit zum Schreiben gefunden hast, rinnt mir meine Zeit davon … ich habe kürzlichst einige Aufträge (zuviel) bekommen, die meine Ketzereifreudigkeit bremsen
. *Daumen hoch*
.
Ein sichtlich verspätetes aber freundliches “Herzlich willkommen zurück” auch von mir
#17 von Hinterfragerin am 30. Januar 2012 - 19:29
@ Max
Zeit habe ich aktuell “leider”, weil ich krankgeschrieben bin..
Aber man muss die forcierte Auszeit ja auch nutzen, nicht wahr.
Freue mich, wieder mitdiskutieren zu können!
#18 von AMB am 30. Januar 2012 - 19:30
@HF
Freut mich auch.