Erzbischof Zollitsch: „Alle drei Minuten wird ein Christ getötet“ – dank anderen Vollreligioten

Zollitsch - GNU-Lizenz

Beschwert sich bei religiöser Zeremonie über Probleme die es ohne Religion nicht geben würde: Erzbischof Zollitsch(Bild unter GNU-Lizenz)

Nachdem am Sonntag Vollreligioten einer radikalislamischen Sekte bei Anschlägen auf Kirchen in Nigeria über 40 Menschen getötet haben, kritisierte heute der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in einem Gottesdienst zum zweiten Weihnachtsfeiertag die Christenverfolgung weltweit und verurteilte die Anschläge.

Zu keiner anderen Zeit sind Christen wegen ihres Glaubens so zahlreich verfolgt worden wie heute. Alle drei Minuten wird weltweit ein Christ wegen seines Glaubens getötet

lies Zollitsch verlauten.
Mit einem Appell an die Politik, und der Aussage, dass auch Christen in Europa nicht über diese Verfolgung hinwegsehen dürften, rief er dazu auf Menschen vor religiösen Benachteiligungen zu schützen. Als weitere Beispiele für Verfolgung nannte Zollitsch die Kopten in Ägypten und die Unterdrückung von Christen in Nordkorea.

http://www.muenchner-kirchenradio.de/nachrichten/nachrichten/article/zollitsch-verurteilt-anschlaege-auf-christen-in-nigeria.html

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  1. #1 von deradmiral am 26. Dezember 2011 - 16:48

    Und der Grund für die Verfolgung ist die nichtbeweisbare Gewissheit der Religiösen, dass ihre Religion aufgrund der Überlieferung die einzig wahre Religion ist und dass die anderen falsch liegen müssen.

  2. #2 von Skydaddy am 26. Dezember 2011 - 17:01

    Alles halb so schlimm, Robert: Laut einer kath.net-Meldung* vom 10. Dezember wird nur alle 5 Minuten ein Christ wegen seines Glaubens getötet, konkret sollen es letztes Jahr 105.000 gewesen sein.

    Deine Zahlen, Robbie, stammen aus dem Jahr 2003.

    *[http://www.kath.net/detail.php?id=34291]

  3. #3 von Deus Ex Machina am 26. Dezember 2011 - 17:28

    Sollte es nicht eher heißen: “Alle drei Minuten hat ein Christ das Glück, in Gottes Reich einzukehren” ?
    Ich verstehe es wirklich nicht, wenn sich Angehörige eines Kultes, der das Jenseits für seine eigenen Anhänger mit Beinamen wie “Ewige Glückseligkeit” tituliert, darüber aufregen, dass eingie ihrer Glaubensbrüder einfach etwas schneller dahin gehen dürfen.

  4. #4 von AMB am 26. Dezember 2011 - 18:32

    Die Zahl der Getöteten scheint ziemlich dehnbar zu sein. Ich habe mal eine Zahl von 250.000 gelesen.

    @DEM

    Dito oder Neid?

  5. #5 von Wolfgang am 26. Dezember 2011 - 18:53

    Inquisition, Hexenvefolgung, Völkermorde, Kriege usw. usw.

  6. #6 von Hinterfragerin am 26. Dezember 2011 - 18:59

    Das ist tatsächlich schrecklich.
    Und nein, man darf darüber nicht hinwegsehen.

    Ich finde es nicht weniger schlimm, wenn Menschen getötet werden, weil sie Animisten, Muslime, Hindus, Atheisten oder die “falsche Sorte” Christ bzw. Muslim u.a.m. sind. Ich finde es nicht weniger schlimm, wenn Menschen getötet werden, weil man sie für Hexen hält, oder weil sie homosexuell sind, oder weil sie als Frauen ein bisserl Freiheit einfordern.
    Aber es ist durchaus nachvollziehbar, dass Zollitsch nach solch einem Attentat auf Kirchen v.a. die Verfolgung von Christen betont.

    Ich bewzwifle übrigens die Bildunterschrift. Ich fürchte, die meisten Probleme würde es auch ohne Religionen geben. Man kann sich auch aus ethnisch-tribalistisch-nationalistischen den Kopf einschlagen, weil man eine andere Lebensweise pflegt, weil man gerne das Hab und Gut des je Anderen hätte, weil der Andere eine andere politische Meinung vertritt, weil der andere anders aussieht, weil … Religionszugehörigkeit ist nur ein weiteres Label, dass Konflikte verstärken kann, perpetuieren kann, ja durchaus auch auslösen kann. Zugegebenermaßen ein sehr wirkmächtiges.
    Ich gehe davon aus, dass es ohne Religion nicht per se weniger Konflikte gäbe – sondern halt andere. Die Abwendung vom Übernatürlichen führt nicht zwangsläufig zur Achtung der Menschenrechte, Humanismus und Frieden. Und die Hinwendung zum Übernatürlichen, auch das sollte man betonen, nicht zwangsläufig zu Mord und Totschlag. Es kommt auf die Glaubensinhalte und den Kontext an.

    Nigeria ist hierfür ein gutes Beispiel, weil die Konflikte hier sehr offensichtlich auch ethnisch-tribalistische, ökonomische und politische Gründe haben. Aber die Religion eignet sich halt besonders gut, um die Menschen aufeinander zu hetzen.

    Zu schreiben, Christenverfolgung würde es ohne Christentum nicht geben ist zwar nicht falsch, aber was sagt es aus, wenn man sagt, ohne Andersdenkende gäbe es keine Verfolgung Andersdenkender?

  7. #7 von Max Headroom am 26. Dezember 2011 - 19:49

    Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat die islamistisch motivierten Anschläge auf mehrere Kirchen in Nigeria verurteilt.

    Die Ideologie dieser Täter heisst die Anschläge gut. Ihre Begründung greifft auf die selben Mechanismen zurück, die auch andere Göttergläubige benutzen: das Abschalten des Verstandes und der Vernunft und das absolute Vertrauen in die “überlieferten Werte”. Das Resultat kennen wir – quer durch alle politischen und religiösen Ideologien dieser Welt.

    Zugleich beklagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine wachsende Zahl an Christenverfolgungen weltweit.

    Was zählt denn alles unter “Verfolgung”? Wenn man offen den Glauben kritisiert, lächerlich macht, ignoriert oder “in den eigenen Glauben” umkonvertiert, wird man dann auch unter “Verfolgung” mitgezählt. Anscheinend ist die Beschneidung der Freiheit, Homosexuelle als “kranke Menschen” zu bezeichnen, schon von Götteranhänger als “Verfolgung” genannt.

    Alle drei Minuten wird weltweit ein Christ wegen seines Glaubens getötet.

    Alle drei Minuten wird weltweit etwas getan, was nicht hätte sein dürfen. Oder … was hätte sein müssen, wenn man die “richtige Wahrheit” befolgt … je nach Überzeugung. Meiner Meinung nach ist der erzwungene Tod aus religiösen Gründen schlichtweg überflüssig und entgegen den Menschenrechten. Würden die Religionen dieser Welt sich jedoch um die Menschenrechte reissen, sich der “weltlichen Gesetzgebung” beugen, würden sie anders agieren und nicht sich selbst auf ein Podest stellen. Leider sind sie stets “die besten” von allen und befolgen Werte, die weitaus höher angesiedelt sind als die Werte von sündigen Fleischklumpen. Schade, aber leider haben die jahrtausende religiöser Begleitung des Menschen, wie auch all ihrer transportierten Moral, keine Wirkung gezeigt.

    Achja … dass alle drei Minuten ein Christ getötet wird, hängt IMO wohl damit zusammen, dass es eben mehr Christen und Nichtchristen auf der Welt gibt, als früher ;) . Es gibt auch mehr Verkehrsunfälle, mehr Krebstote und mehr Scheidewandentzündungen als früher in der Geschichte ;) .

    An die Politik appellierte Zollitsch, Menschen vor religiösen Benachteiligungen zu schützen.

    Ich hätte nichts dagegen, wenn man auch andere Menschen schützt, die Benachteiligungen empfangen. Wiederverheiratete etwa, oder lesbische Frauen die sich Kinder wünschen, abtreibungswillige Frauen, usw. Noch immer werden Menschen für ihre persönlichen Überzeugungen verfolgt.

    PS: Ich unterschreibe Hinterfragerins Post.

  8. #8 von Skydaddy am 27. Dezember 2011 - 04:12

    Die Repräsentanten der katholischen Kirche sollten sich mal überlegen, was sie wollen.

    Solange der Papst fordert, “vom hohen Ross des aufgeklärten Verstandes herunterzusteigen“, wird man solche “Kollateralschäden der abgelegten Vernunft” wohl hinnehmen müssen.

  9. #9 von Andreas P am 27. Dezember 2011 - 07:42

    Gibt es irgendwo eine serioese Quelle, die diese Zahlen stuetzt? Halbwegs? Also, Verfolgung ween der Religion (nicht als Teil einer zufaellig auch eher christlichen Buergerkriegsfraktion) ohne eigenes Verschulden (Christ sein oder fuer die Religion werben ist offenkundig keins)?

    @HF: Die Laender, in denen Christen tatsaechlich in ihrer Religionsausuebung massiv von Staats wegen behindert werden und allein aufgrund dieser mit erheblichen Strafen zu rechnen haben, scheinen die Diktatur von Nordkorea und muslimische Laender mit autoritaeren Regimes zu sein.

    Da bieten sich zwei hypothetische Fragen an: Wuerde es den betreffenden Minderheiten besser gehen, wenn sie sich allesamt zu einem skeptischen Atheismus bekehren wuerden? Oder zum Judentum?

    Zum anderen, wuerde sich die Lage der Menschen generell verschlechtern oder verbessern, wenn sie aus dem jeweiligen Staat in einen zoegen, in dem Religion oder eine aequivalente Ideologie weniger durchdringenden Einfluss aufs oeffentliche Leben haette? Insbesonderer jeweils anderer Spielarten des Christentums, etwa die der Lord’s Resistance Army?

    Ich denke, die Unvertraeglichkeit verschiedener Versionen irrationalistischer Extremismen ist hier entscheidend. Verfolgung aus Gruenden der Weltanschauung scheint fuer Zollitisch und seine evangelikalen Gegenstuecke nicht das Thema zu sein – war es ja auch in der Vergangenheit nie -, sondern ausschliesslich, dass die “eigenen Leute” in der passiven, nicht aktiven Rolle sind.

  10. #10 von dinuma am 27. Dezember 2011 - 09:26

    @Hinterfragerin

    “Ich gehe davon aus, dass es ohne Religion nicht per se weniger Konflikte gäbe – sondern halt andere. ”

    Da gebe ich dir durchaus Recht. Anderseits haben ja die meisten Religionen den Anspruch, dem Frieden verpflichtet zu sein und dem Heil des Menschen. Und wenn dann eben Anspruch und Wirklichkeit, IST und SOLL dermassen weit auseinander klaffen, muss man sich fragen, weshalb ein Mehr an Religion nicht ein Weniger an Konflikten zur Folge hat. Dem Anspruch nach müsste das nämlich so sein.

  11. #11 von Skydaddy am 27. Dezember 2011 - 10:07

    Normalerweise stimme ich Hinterfragerin zu, ich denke allerdings, dass Religion zusätzliche Konflikte bewirkt, die es ohne sie nicht gäbe.

    Um diese Auffassung zu belegen, reicht ein Beispiel aus, und mir fielen als erstes die Moscheen ein:

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Gruppen von Leuten mit Migrationshintergrund ohne die Religion Gebäude errichten, die von anderen als “Triumph” oder “Zeichen der Dominanz” wahrgenommen werden. Bei den Konflikten um den Bau von Moscheen (oder Kirchen in anderen Ländern bzw. “repräsentativen” Gebäuden für religiöse Zwecke allgemein) kann ich nicht sehen, wie diese Konflikte ohne Religion in anderer Form zustande kommen sollten.

    Oder, ein anderes Beispiel, das mir gerade einfällt: Leute, die das Abhängen eines Kreuzes in Klassenzimmern fordern, erhalten – auch im deutschsprachigen Raum – regelmäßig Morddrohungen. Woran, bitte, sollte sich diese Aggression ansonsten entzünden? Es scheint sich hier bei den Aggressoren auch nicht um Leute zu handeln, die anderweitig wegen Aggressivität auffallen.

    Und noch ein Beispiel: Es ist ja oft genug zu lesen, dass Missionierung für Konflikte sorgt (z.B. in Afrika oder Indien). Auch hier fehlen mir säkulare Beispiele für die dadurch ausgelöste Gewalt. Ich kenne jedenfalls keine Beispiele dafür, wo z.B. die Verbreitung politischer – oder gar wissenschaftlicher – Auffassungen für derartige Konflikte sorgt. Und vermutlich kommt das daher, dass man in der Politik und in der Wissenschaft seine Auffassung mit Argumenten verbreiten bzw. verteidigen kann. Bei der Religion geht das praktisch nicht.

    Also: Meiner Einschätzung nach ist Religion dazu geeignet, auch Menschen aggressiv zu machen, die ansonsten völlig friedlich sind. Ich sehe nicht, wie sich die Behauptung, ohne Religion gäbe es genauso viele Konflikte, begründen lässt.

  12. #12 von Hinterfragerin am 27. Dezember 2011 - 12:14

    @ Skydaddy und dinuma

    Ich bin durchaus auch der Meinung, dass Religion Konflikte auslösen kann und auch auslöst, die es ohne Religion nicht gäbe. Ob es ohne Religion genauso viele Konflikte gäbe (eben andere) oder weniger ist meines Erachtens schwer vorherzusagen. Ich stimme Dir, dinuma, aber zu, wenn Du schreibst, dass man die Religionen an ihren eigenen Ansprüchen messen sollte. Allerdings fürchte ich, dass muss man differenzieren: Was von Religionsvertretern “Frieden” genannt wird ist nicht immer das, was wir darunter verstehen. Und nicht jede Religion behauptet, ein weniger an Konflikten zur Folge zu haben. Manche Religionen waren ja sogar ganz explizite “Kriegsreligionen”.

  13. #13 von Wolfgang am 27. Dezember 2011 - 16:28

    Wenn alle 3 Minuten ein Christ getötet wird, würde ich endlich mal den da oben bitten, ein bisschen besser auf seine Gläubigen aufzupassen. Was ist denn das für ein Boss! Herrgottsakramentnochmal! Millionen beten und sammeln und dann einfach vergammeln.
    Ach du lieber Gott!