
Der Churer Bischof Vitus Huonder hat den Sexualkundeunterricht an den Schweizer Schulen scharf kritisiert. Er fordert, dass Eltern ihr Kind für dieses Fach dispensieren lassen können. In einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“ unterstreicht Huonder, dass die Sexualerziehung grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern und nicht in jener des Staates liege. Und: Es gebe ein „Widerstandsrecht“, wenn der Staat auf die religiösen Weltanschauungen der Eltern nicht Rücksicht nehme. Der Sexualkundeunterricht dürfe nur dann in der Schule stattfinden, wenn er dem religiösen Glauben der Eltern als den Erziehungsberechtigten „nicht fundamental“ widerspreche, sagte Huonder. Denn die Sexualität sei „grundlegend mit der religiösen Haltung verbunden und eine zentrale Dimension des Menschseins“. Es sei gewiss kein Problem, wenn im Unterricht reines Wissen vermittelt werde – etwa darüber, wie HIV übertragen werde oder was Aids für eine Krankheit sei. „Höchst problematisch“ werde es aber, „wenn zum Beispiel den Kindern vor allem die Verwendung von Kondomen empfohlen wird“, kritisierte der Churer Bischof: „Das ist Ideologie – und damit ein Eingriff des Staates in die religiöse Freiheit und die Erziehungshoheit der Eltern.“ Nehme der Staat nicht Rücksicht auf die religiösen Weltanschauungen der Eltern, so müssten diese als Gläubige die Möglichkeit haben, „sich den staatlichen Übergriffen zu entziehen“, sagte Huonder.
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http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=543438
















































#1 von Skydaddy am 4. Dezember 2011 - 16:39
Hat er dafür Belege?
Das Gegenteil ist der Fall. Wie man am Beispiel HIV/AIDS sieht, kommt der Sexualerziehung schon alleine aus Gründen der Seuchen- und Krankheitsvorbeugung eine öffentliche Bedeutung zu.
#2 von Lebrac am 4. Dezember 2011 - 16:39
Dann ist die Empfehlung, bei einer Autofahrt den Sicherheitsgurt anzulegen, auch eine Ideologie. Beides scheinen mir, im Gegensatz zu allen religiösen Angeboten und Alternativen, ziemlich menschenfreundliche Ideologien zu sein.
#3 von AMB am 4. Dezember 2011 - 17:10
Wo kämen wir hin, wenn wir auf jedes religiöses Wehwehchen eingehen würden.
Ein sexualverklemmter Bischof will uns den Sexualkundeunterricht erklären, klingt nach Realsatire.
#4 von emporda am 4. Dezember 2011 - 17:14
Den immer gleichen Scheiß an jeder Ecke der Welt neu aufgelegt
Das unter G.W. Bush mit 170 Mill. US$ geförderte AFLA-Programm (Adolescent Family Life) mit schulischer Antisexualkunde bei Themen wie Keuschheit vor der Ehe, Kondome versagen zu 70%, AIDS wird durch Berührung übertragen sowie Verschweigen von Verhütungsmitteln führt zu deutlich mehr Schwangerschaften bei Minderjährigen.
Entweder werden die Christen verfolgt oder der Staat betreibt Ideologie und beschrönkt die religiöse Freiheit. Die jammernden Katholiken sind eine Minderheit unter 30%, der Staat hat als Demokratie alle Gruppierungen zu berücksichtigen, besonders die stärkste der Atheisten mit über 35%
#5 von Max Headroom am 4. Dezember 2011 - 17:14
Ich verstehe es nicht. Sexualkunde ist Sexualkunde. Wie “macht” man es zusammen? Wozu sind diese Anhängsel am Körper gut? Was muss man beachten?
Ob man es mit jedem und jeder treiben sollte, wie oft man es machen sollte und mit Socken oder nicht, das hat die Schule nicht zu unterrichten. Das ist Sache der elterlichen/sozialen Erziehung ausserhalb der Schule.
Findet doch statt, oder? Manchmal sind die Kinder zuhause aufgeklärt worden, und manchmal müssen sie Details aus dem Schulunterricht lernen. Wo hier der Staat “erziehen” will, kann ich nicht erkenenn.
Bullshit. Die Physik, Biologie, Kunst, Mathematik, Musik usw. ist unabhängig vom persönlichem Glauben/Überzeugung. Man lernt lieder, auch wenn man nichts mit ihnen anzufangen weiss. Man liest bestimmte Bücher, auch wenn man zuhause eher Comics hat und man lernt “Sexualerziehung”, auch wenn man zuhause polygam oder keusch umgeht. Wenn er damit nicht klarkommt, dann sollte er das Unterrichten in einer pluralistischen Gesellschaft generell beklagen, nicht nur seine “christlich fragwürdigen” Themen.
*FACEPALM*
. Dann lasst uns mal über Körperteile reden, über Geschlechtsflüssigkeiten, biologische Prozesse und Zellwände. Aber bitte … bloß nicht auf Nachfrage die Antwort liefern, dass Sperma durch ein Kondom daran gehindert wird, in die Scheide der Frau zu gelangen, was die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft senken würde. Das selbe gilt für die Pille, Spirale usw. Solches “Wissen” gehöre nicht in den Unterricht, denn es würde die Ideologie verbreiten, man solle in der Gesellschaft gefälligst Kondome benutzen, weil ansonsten … nunja … man Kinder bekommt, von der Polizei abgeholt und erschossen wird, die Welt untergeht, Gott sich nicht freut oder was auch immer.
OK. Nehmen wir das mal ernst. Dann darf im Fahrunterricht hingewiesen werden, dass es sowas wie “Gurte” existieren, wie sie funktionieren und dass man sie auch rausschrauben kann. Doch gefährlich wird es, wenn die Verwendung von Sicherheitsgurten empfohlen wird. Also nicht aufgezwungen, sondern empfohlen! Hervorragend!
Von was träumt dieser Mann denn Nachts?!
Würden sie selbst bei einer solchen “falschen” Sexualerziehung haben. Sie müssten die Empfehlung schlicht und einfach nicht befolgen. Es werden keine staatlichen Strafen auferlegt. Versprochen!
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Entschuldigung bitte. Gibt der Staat psychologische und moralische Vorgaben, wird es kritisiert. Hält er sich da raus, wird es kritisiert. Kann man sich da bitte mal entscheiden? Wenn Eltern ihren Kindern die von sie bevorzugte Moral vermitteln, ist dies noch gestattet? Oder sollte hier lieber der Staat ihren Verzicht aufgeben und moralische Werte vermitteln? Wenn ja, welche? Zur Auswahl stehen buddhistische Werte, islamische, christliche, jüdische, humanistische, satanistische, … Vielleicht einen kleinen Ausschnitt von ca. 60 Wertevorstellungen zum Geschlechtsakt? Ihr Ferkel!
.
#6 von AndreasA am 4. Dezember 2011 - 17:17
Die Welt ist voller Ideologie.
Helme beim Motorradfahren aufsetzen zu müssen ist eine
Halten an Stoppschildern ist eine
Steuernzahlen eine ganz üble
Nicht zu vergessen die Ideologie der leeren Wand ohne Kreuz!
#7 von F. M. am 4. Dezember 2011 - 18:44
Gibts in der Schweiz eigentlich einen Religionsunterricht in der Schule, von dem die Eltern ihre Kinder dispensieren lassen können? Wenn ja sollten Eltern sich überlegen das zu tun und den Kindern diese Hexenverbrennerlehre erparen.
In D können die Kids mit Eintritt der Religionsmündigkeit (14. LJ) sich selbst abmelden. Bis dahin MÜSSEN sie den Religionsunterricht besuchen, selbst wenn die Eltern zwischenzeitlich aus dem entsprechenden Verein ausgetreten sind.
#8 von sputnic am 4. Dezember 2011 - 19:10
Etwas bösartiger als das übliche Geschwätz ist der Bezug auf das Widerstandsrecht. Damit wird eine Gleichsetzung zu totalitären Ideologien impliziert, die Gewalt beinhalten könnte, da das Recht zum Widerstand genau eine Gegenmaßnahme im Grundgesetz zur NS-Zeit ist.
#9 von Mreins am 4. Dezember 2011 - 20:04
Didaktische Herausforderung
Der Grammatikunterricht darf nur dann in der Schule stattfinden
wenn er dem Dialekt der Erziehungsberechtigten nicht fundamental widerspricht.
#10 von Mreins am 4. Dezember 2011 - 20:42
…ach ich hatte die literearische Fußnote vergessen.
Plural von Kondom:
Karlstadt: Nein, man sagt schon von jeher Kondom.
Valentin: Ja, zu einem – aber zu mehreren sagt man Kondomeln.
Karlstadt: Aber wie tät man denn zu einem Dutzend Kondomen sagen?
Valentin: Auch Kondomeln – Kondom ist die Einzahl, das mußt Ihnen merken, und Kondomeln ist die Mehrzahl, das sind also mehrere einzelne zusammen. Die Kondomeln werden aus Kondom gemacht, also aus mehreren; du kannst nie aus einem Kondom Kondomeln machen. [...]
Valentin: [...] solang die Kondomeln aus mehreren Kondomen gemacht werden, sagt man unerbitterlich: Kondomeln.
#11 von Ezri am 4. Dezember 2011 - 22:58
@Mreins “Didaktische Herausforderung
Der Grammatikunterricht darf nur dann in der Schule stattfinden
wenn er dem Dialekt der Erziehungsberechtigten nicht fundamental widerspricht.”
Der ist wirklich gut, weil die Deutschschweizer ihren Dialekt am liebsten auch im Deutschunterricht sehen würden, da wird aber dann dummerweise dann doch Schriftdeutsch gelehrt.
Ansonsten, ist schon okay, wenn Papa seinem Sohnemann erklärt, wie man ein Kondom benutzt und die Mutter die Tochter zum Gynäkologen begleitet, aber viele Eltern sind dazu leider nicht in der Lage, von daher sollte der Sexualkundeunterricht in keiner Schule fehlen.
#12 von Deus Ex Machina am 4. Dezember 2011 - 23:02
LoL, aber Religionsunterricht gehört natürlich auf den Stundenplan, oder Herr Bischof?
@Mreins: Brüller!
#13 von Peter am 5. Dezember 2011 - 14:39
Finde, dieses Thema kommt in manchen Schulen noch immer viel zu kurz, anders kann ich es mir nicht erklären, wie Schülerinnen mit 16 schwanger werden. Da kann der Bischof so viel erzählen wie er will, aber diese Frauen verbauen sich doch das ganze Leben.
#14 von Wolfgang am 5. Dezember 2011 - 15:12
Immer wieder diese entrüstete Angst vor Sex. Diese Scheinheiligkeit ist nicht zu überbieten. Es gibt kaum einen MANN, der glaubt, sein Penis sei nur zum Pinkeln da. Höchstens der vereinsamte Impotente, dem wir gebührendes Mitleid bekunden. Mitleid auch denen, die da
geistig arm sind und vor einer aufrichtigen Liebe reaktionslos dahinvegetieren.
Und im übrigen: lieber im Schoss einer Frau als im Schoss der Kirche. Amen.
#15 von Wolfgang Brosche am 5. Dezember 2011 - 17:37
Auch diese Absonderungen des schweizer Bischofs sind im Zusammenhang zu sehen – man lese nur die hetzerischen Abscheulichkeiten des katholischen Psychiaters Bonelli – wobei man sich ernsthaft fragen muß, ob man wirklich Psychiater UND Katholik sein kann – aber das nur nebenbei.
Der Vatikan ist erneut auf einer grausamen, menschenfeindlichen Mission – die Sexualphobie des katholischen Klerus nimmt abscheuliche und traurigerweise institutionalisierte Ausmaße an.
Der weltweite Mißbrauchsskandal hat die Kamrilla um Ratzinger nicht zur Einsicht gebracht – überall wüten sie gegen sie sexuelle und medizinische Selbstbestimmung des Menschen – man lese nur die ungezählten Widerlichkeiten zum Thema Sexualität die von Ratzinger selbst und von seinen Bischöfen seit dem Beginn des deutschen Pontifikates in die Welt hinausposaunt werden; Frauen, Schwule, Transgender, Aids, Kondome etc. alles, aber auch alles, was diesen Herren nicht ins Konzept paßt, ob es dazu (sexual)wissenscahftliche, medizinische oder soziologisch-anthropologische Erkenntnisse gibt, wird bekämpft und/oder ignoriert. Mit aller Macht stemmt sich die katholische Kirche gegen neue Gesetzgebungen, die den wissenschaftlichen Erkenntnissen oft noch hinterherhinken.
Wer wie der Erzbischof Tomasi bei der Menschenrechtsabteilung der UN in Genf halbseiden und halbgar daherschwafelt, es müsse in der Macht der Staaten liegen, Sexualität, die nicht Gottes Geboten entspricht, zu bestrafen und zu verbieten, der zeigt sein schäbiges menschenfeindliches Gesicht.
Wer dann auch noch behauptet, Homosexualität sei die Ursache der Pädophilie – Kardinal Bertone in Rom – oder wie der Madrider Bischof hinausposaunt, die UN wolle durch “Gendermainstreaming” die halbe Welt bis zum Jahr 2050 “homosexualisieren”, der ist zwar bedauerndwert blöd, aber ein Hetzer von der Qualität eines Joseph Goebbels.
Solche Leute haben aber noch immer genügend Einfluß auf die Politik – deshalb werden sie immer gefährlicher!