Österreich: Katholischer Bischof plädiert für Neustart des Ablasshandels

Sex gegen Geld? Kein Problem: Kirche holt wieder uralte Ideen aus der Kiste, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Für Seelsorger und Community-Manager in Diensten der katholischen Kirche Österreichs könnte es zukünftig ein besonders „günstiges“ Angebot geben: Wer die Kirche belogen, ihre Regeln gebrochen und im Rahmen dessen sogar heimlich Sex gehabt hat, darf sich möglicherweise bald mit einem Scheck aus der moralischen Bredouille helfen.

Das legt jedenfalls ein Bericht von Der Standard nahe, der morgen gedruckt erscheinen wird. Darin heißt es, dass der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari den Priestern, die heimlich dem Eros – einen passenden Gott hat die Kirche selbst nicht vorzuweisen – die gebührende Ehre erwiesen haben, eine „wehtuende Spende“  als Mittel zur Gewissenserleichterung empfehlen würde.

Weiterlesen bei wissenrockt.de.

Hier der Artikel beim Standard: “Wehtuende Spende”: Kapellari fordert Geldstrafe bei Zölibatsbruch

Und hier ein Kommentar dazu: Kapellari und der Zölibat: ein Bischof in Not

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  1. #1 von Skydaddy am 25. Oktober 2011 - 05:50

    “Wehtuende Spende”? – Am meisten weh dürfte wohl eine Spende an eine atheistische Organisation tun.

    Falls die eigene Dummheit noch nicht weh genug tut…

  2. #2 von Rumpelstilzchen am 25. Oktober 2011 - 06:12

    Sehr gut! Sofern die Kirche in Zukunft auf alle Staatsleistungen resp. Steuergelder verzichtet, bin ich sehr dafür, daß sie nur noch von den Dummen finanziert wird.

  3. #3 von motzmotz am 25. Oktober 2011 - 07:15

    mh warum nicht. Das Ende des letzten Ablasshandels hat die Kirche gespaltet…. Vermutlich wird der kalkulierte Religionskrieg danach ausbleiben, dank Aufklärung.

  4. #4 von Wacke am 25. Oktober 2011 - 08:49

    Da können sich die guten Herren ja ein Beispiel an der deutschen Bischofskonferenz nehmen. Die hat ja die Latte (sic!) sehr, seeeeeeehr hoch gehangen für sexuelle Verfehlungen. Ein paar tausend Euro aus dem Klingelbeutel für ein verpfuschtes Leben … da kommt man doch bestimmt mit dem Kauf einer guten Flasche Rotwein für Herrn Kapellari davon, wenn man sich vor einem erotisch aufgeladenem Votivbildchen einen runter holt, oder?

  5. #5 von Mreins am 25. Oktober 2011 - 10:55

    Der Ablasshandel  
    Ist eines der Mittel, mit denen die Kirche versucht, das im Kirchidioto-Protokoll festgelegte Ziel einer Reduktion der Triebflüssigkeitsemissionen von 2012 an bis zur Entrückung um acht Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen.
    Das Verfahren ist der erste grenzüberschreitende und weltweit größte Ablasshandel. Es wurde 2011 beschlossen und tritt am 1. Januar 2012 in Kraft. 
    Der Ablasshandel erfolgt in mehrjährigen Handelsphasen, um Scohwankungen etwa in Folge von extremem Triebflüssigkeitsstau auszugleichen.
    In den ersten beiden Phasen wurde festgelegt, wie viele Triebzertifikate (sprich Triebflüssigkeitsemissionspapiere) den Kirchenbediensteten insgesamt zur Verfügung gestellt werden. 
    Die Verteilung der Ablassberechtigungen auf die konkreten Triebausübungen oblag dagegen weitgehend der Entscheidungsfreiheit der Bistümer. Sie wurde in der sogenannten Allokationstriebplanung bestimmt.
     In Phase III wird es keine Allokationspläne mehr geben. Stattdessen werden die Triebflüssigkeitszertifikate zentral vom Vatikan vergeben. Zuständig ist hierfür der Kommissar für Körperflüssigkeitsschutz.

    Funktionsweise
    Der Ablasshandel funktioniert nach dem Prinzip des “fu*k & trade” – treiben und handeln. Einerseits wird die Höhe der Triebflüssigkeitsemissionen beschränkt, andererseits können die Ablassberechtigungen frei gehandelt werden. Dadurch soll ein Anreiz entstehen, den Trieb dort zu senken, wo er am heftigsten ist.

    Umfang
    Mit einem Emissionsvolumen von gut zwei Milliarden Tonnen Triebflüssigkeit erfasst das deutsche Verfahren etwa gut acht Prozent aller globalen Emissionen. In Zukunft soll das System auf weitere Triebablässe (zum Beispiel Lachgas und vollhalogenierter Weihrauch) und Verursacher ausgedehnt werden.

  6. #6 von klauswerner am 25. Oktober 2011 - 11:10

    Auch diese Idee ist Uralt, lese gerade im Pfaffenspiegel darüber. Im Mittelalter hies das Hurenzins und viel dem jeweiligen Bischof zu.
    Alleine der Bischof von Konstanz hatte hierdurch Einnahmen von 2.000 Gulden jährlich.

    Pfaffenspiegel gibts online, einfach mal nach Hurenzins durchsuchen.

    Also weiter so, geradewegs zurück ins Mittelalter :)

  7. #7 von Max Headroom am 25. Oktober 2011 - 12:29

    Wie geil ist das denn? :P . (versteckter pun)
    Wenn das Zölibat gebrochen wurde, und dies wird oben bekannt, führt dies zum automatischem Reflex der Oberen. Die Idee mit der “Spende” – oder sonstige “wehtuende” Methode – ist IMO nur eine Flucht nach vorne, um der Strafe zu entgehen. “Zahl lieber, sonst gibt’s Jobverlust!”. Sowas würde für mich eher nach Erpressung, als nach christlicher Wohlfahrt, aber das muss wohl theologisch erst einmal abgesprochen werden :) .
    Naja … ist der sexuelle Geist erst ruiniert, zahlt’s sich dann ungeniert :P .

  8. #8 von klauswerner am 25. Oktober 2011 - 12:47

    Pfaffenspiegel:

    “Heinrich von Hewen, der in der Mitte des 15. Jahrhunderts Bischof von Konstanz war, führte selbst ein üppiges Leben, und die Abgaben, welche ihm seine Geistlichen von ihren Konkubinen entrichteten, verschafften ihm eine jährliche Einnahme von 2 000 Gulden.”

    “Erasmus von Rotterdam, … Er schrieb gleichfalls gegen das Zölibat, meinte aber, daß die Päpste es schwerlich abschaffen würden, da ihnen der Hurenzins gar zu gut tue.”

    Ist auch bei Deschner und Ranke-Heinemann zu finden.

  9. #9 von S. Van Lure am 25. Oktober 2011 - 13:14

    die kirche entwickelt sich ja direkt zum pimpstatus. schließlich verdient sie dann daran wenn andere sex haben;)

  10. #10 von Kurt am 25. Oktober 2011 - 13:51

    Sag ich doch die ganze Zeit. Das einzige Problem, was die Sektenbeauftragten (die sind ja alle kirchlich angebunden) mit den Spinnern von Saijentologie haben, ist deren direkter Kapitalismus in Glaubensdingen.
    Sobald sich die Kirchen dieses Geschäftsfeld (für Geld ein guter Religionsangehöriger auf einer individuellen Basis sein) wieder zurückgeholt haben, wird die Saijentologie-Sekte auf ihr echtes Masss zurückgestuft.
    Der Tetzel war, was seine Arbeitsleistung betraf, ein hervorragender Mann.

    Aber es steht zu befürchten, daß dieser Ösi-Kleriker nur seine Kinderficker im Hinterkopf hatte. Vielleicht wil er einfach die Peanuts, die als Entschädigung gezahlt werden, von diesen Schweinepriestern wieder reinholen.

  11. #11 von AMB am 25. Oktober 2011 - 15:48

    Ich dachte, dass funktioniert heute nicht mehr.

    Mein Ex-Glaube ist noch primitiver als ich gedacht habe.

  12. #12 von Sheldon Lee Cooper am 25. Oktober 2011 - 17:17

    Und weil das so ziemlich jeden Priester trifft, können gleich alle ihr Gehalt an den Arbeitgeber zurückspenden. Das ist die katholische Version des 1-Euro-Jobs. Denn jeder Priester – wenn er schon keinen Sex haben darf – wird sich mindestens auf dem Klo die Fleischpeitsche polieren gehen.