Wäre Rom untergegangen, das Mittelalter ausgefallen oder hätte der Sonnengott gesiegt? Eine historische Fantasie von Alexander Demandt.
(…)
Wäre die Kreuzigung unterblieben, so hätte das zunächst ebenso wenig sichtbare Folgen gehabt, wie die Kreuzigung solche hatte. Freilich wäre damit eine spätere Hinrichtung nicht ausgeschlossen worden. Es wäre denkbar, dass Jesus’ Bewegung bei einer längeren Wirksamkeit eine solche Gewalt gewonnen hätte, dass die Juden ihn gesteinigt hätten, so wie sie es später mit Stephanus gemacht haben, oder dass Rom dann doch hätte eingreifen müssen. (…)
Wenn wir eine Begnadigung Jesu annehmen, dann gelangen wir in ein Mittelalter, dessen Städte nicht um Kirchen und Kathedralen, sondern um Sonnentempel und Kapitole gebaut sind, in denen nicht die Bibel, sondern Homer, Vergil und Edda gelesen werden, in denen es keine Glaubenskämpfe und keine Inquisition gibt, aber auch keine Spitäler und keine Armenfürsorge. (…)
Weiterlesen:
http://www.welt.de/kultur/history/article13234286/Was-waere-wenn-Pilatus-Jesus-begnadigt-haette.html
















































#1 von Lothar Bendig am 26. April 2011 - 18:57
… “Wenn wir eine Begnadigung Jesu annehmen, dann gelangen wir in ein Mittelalter, dessen Städte nicht um Kirchen und Kathedralen, sondern um Sonnentempel und Kapitole gebaut sind, in denen nicht die Bibel, sondern Homer, Vergil und Edda gelesen werden, in denen es keine Glaubenskämpfe und keine Inquisition gibt, aber auch keine Spitäler und keine Armenfürsorge” …
Zum Spekulieren ist eigentlich die Börse da
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#2 von deradmiral am 26. April 2011 - 21:21
Pilatus konnte Jesus nie begnadigen, da er nie zu Gericht saß über ihn. Was wäre passiert, wenn Hagen von Tronje Siegfried nicht ermordet hätte, sondern Etzel. Was, wenn Bambis Mutter nicht erschossen und Peter Parker nicht von der Spinne gebissen worden wäre.
Nun Etzel und Pilatus sind historische Figuren. Die Anderen aber reine Fiktion.
#3 von peanut am 26. April 2011 - 21:56
Wie sagte meine Oma immer:” Hatte der Hund nicht…, hatte er den Hasen gefangen.”.
#4 von Coen am 27. April 2011 - 02:05
Gab es Krankenversorgung nicht auch in anderen bzw vorchristlichen Kulturen?
#5 von Wikipedianer am 27. April 2011 - 03:08
Krankenversorgung sicherlich. Wikipedia nennt jedoch im Artikel “Geschichte der Krankenpflege” (http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Krankenpflege#Fr.C3.BChes_Christentum) die tätige Nächstenliebe als neuen Aspekt mit Aufkommen des Christentums. Versteht man unter einem Spital nicht einfach ein Krankenhas, in dem medizinisch gebildetes Personal für Geld Therapie anbietet, sondern eine Einrichtung, in der im Mittelalter beispielsweise auch Arme gepflegt werden konnten, so scheint es mit den vorchristlichen Belegen mau auszusehen, was durchaus auch an der Gesellschaftsstruktur gelegen haben kann: Mehr Menschen lebten agrarisch in Großfamilien, gerade außerhalb der großen Reiche, und dort war der Familienverband noch die tragende Institution, die in der Städtegesellschaft dann nach und nach wegfallen konnte, gerade bei den Armen, die vielleicht keine Familie hatten. Insofern hat die Stadtreligion Christentm vielleicht auch nur Probleme angegangen, die es anderswo so nicht gab.
#6 von Wildbetta am 27. April 2011 - 10:45
Was wäre, wenn den Leuten schon früher klar gewesen wäre, dass die ganze Kreuzigunggeschichte von Vorne bis Hinter erdacht ist? Es hätte wohl eine Menge Progrome weniger gegeben!
#7 von Rolo am 27. April 2011 - 12:49
Es wäre Friede, Freude, Eierkuchen.
#8 von Max Headroom am 27. April 2011 - 14:54
Die jüdischen Hohepriester hatten ein eisernes Gesetz: NIEMAND STEHT ZUSAMMEN MIT GOTT AUF DER SELBEN STUFE!
Ein Jude hat sich daran zu halten. Nichts mehr und nichts weniger! Das allerhöchste war der/die/das Gott. Er ist der Leuchtturm, an den sich jeder Jude orientieren muss. Und der beste Interpreter ist der jüdische Hohepriester. Feierabend!
Jeezy hingegen hat den Hohepriester den Mittelfinger gezeigt und bezeichnete sich nicht nur als einen besseren JHWH-Kenner, sondern gleich als sein Sohn! Genausowenig wie man sich hierzulande offiziell “Bundeskanzler” nennen darf, war dieser verguttenbergte Titel für jüdische Menschen erlaubt. Gott ist und bleibt Gott. Familienlos und einzigartig.
Pilatus war von Jeezys Schuld nicht überzeugt und hätte ihm einfach einen Schlag auf den Hinterkopf gegeben, wie viele andere Prophetenmessiasse auch. Jeezys Message und seine größer werdende Anhängerschaft hingegen ärgerte die jüdischen “Wahrheitskenner”.
Durften jüdische Hohepriester einfach mal so Menschen steinigen? Die römischen Besatzer hatten was dagegen, wenn man Selbstjustiz ausübt. Die Römer hatten den Juden zwar genügend Freiheiten gelassen, aber sie brachten auch Gesetze in das Land. Ich bezweifle, dass die Römer dies einfach so erlaubt hätten. Nicht, wenn Pilatus keinen berechtigten Grund für diese Strafe sah und nicht von seiner Schuld überzeugt war.
Wo würde Jeezy da stehen? Auf der Seite der Friedensstifter, Bergpredigtliebhaber und Löwenstreichler? Oder hätte er sein Schwert erhoben?
Seine Botschaft war absolut. Es gab kein Wohlfühlchristentum, sondern nur seine Sicht der “Wahrheit”. Der Nächstenliebejesus, der einer Hure die Freiheit schenkte, würde wahrscheilich die Meute eher anführen als aufhalten.
Das Jeezy an seinem eigenen Wahn erstickt wäre, kann ich mir gut vorstellen. Wenn man das Judasevangelium mit hinzunimmt, war sein (Kreuz-)Tod fest geplant gewesen. Er wollte für seine Jünger in den Tod gehen. Nur durch sein “Freitod” (=Selbstaufopferung) konnte er seine Blubberworte unterstreichen. Hätte Pontius Pilatus da nur den Kopf geschüttelt und ihn als depressiven Idioten in die Psychatrie geschickt, Jesus hätte entweder einen anderen Weg gesucht oder immer weiter gepredigt.
Gewiss hätte Jesus die Möglichkeit besessen, selbst noch viele Jahre zu lehren, aber hätte das die Überzeugungskraft seines Opfertodes aufgewogen? Erst der hat Jesus zum Christus gemacht. Ohne Kreuz wäre Jesus nur der Stifter einer weiteren jüdischen Glaubensgemeinde geworden (..)
Die Botschaft von Jesus benötigt keine “sichtbare Opfergabe”. Sie unterstreicht nur die Botschaft, so wie heute die Reliquien nur den Glauben unterstreichen. Die Christen hätten mit dem Finger zeigen können und hätten gesagt: “Siehste! Der konnte es, Dein Gott hingegen nicht! Ätschibätsch!”. Wäre er hingegen am Leben gewesen und wäre als Familienvater gestorben, so würden die Christen nicht mit dem Finger zeigen können. ABER DAS KONNTEN SIE DAMALS AUCH NICHT! Leiche war weg. Das ist das einzigste, was “wahr” ist. Dies hätte man später einfach durch seine Söhne ausgeübt. Der Leichnahm wäre über Nacht gestohlen und irgendwo anders vergraben worden … pfeiffegal, welche jüdischen Rituale man dafür brechen muss. Dann hätte Jeezy Jr. immer noch sagen können: “Guckt mal! Mein Vater ist zum Herrn gegangen. Das Grab ist leer!”. Und die Reden von Paulus & Co. hätte schlichtweg jemand anders übernommen. Womöglich mit mehr “Worte Jesu”, als die beiden sich hätten erträumen können.
Bis zum heutigem Tage warten wir auf die Endzeit. Kein Mensch ist nach seinem oder ihrem Tode wieder zurückgekehrt und brachte neues Wissen aus dem Paradies mit. Kein Priester kann heute heilen, ist gegen Gifte immung und kann mit seiner Pe…länge eine Schlange vertreiben. Bis heute ist dies nicht möglich. Und dafür haben Christen “für uns” die Kulturgüter vernichtet und das Wissen verhindert? Ein ziemlich schlechter Tausch, JHWH. Da hättest Du besser handeln können, oder?
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Ob es so gekommen wäre? Was spricht explizit gegen Armen- und Krankenfürsorge? War das römische Reich der Euthanasie gegenüber “nicht-reinrassigen” Menschen verpflichtet? Haben Sonnenkulte die Versorgung kranker Menschen klar und deutlich behindert? Welche Variablen in dieser Gleichung sprechen klar und deutlich gegen eine solche gesellschaftliche Ethik und der Empathie gegenüber schwächeren Mitmenschen?
Das Christentum hat sich zwar speziell den “Armen und Weisen” gewidmet, jedoch stets gerne mit einem Bezug zur Machterhaltung gegenüber der herrschenden Gewalt. Selbstlose und sich aufopfernde Christen finden sich kaum in der Geschichte. Da gibt es ehrlcih gesagt nur eine handvoll “Heilige”, die dies tatsächlich wahrnahmen. Die meisten missionierten, was das Zeug hergab! Essen für Arme … dafür wurde aber lange gebetet. Oder das Kind durfte Lesen und Schreiben lernen … aber bitte nur das Heilige Buch lesen und abschreiben. Die Nutzung der “Schreibgabe”, um auch antike Texte zu übernehmen und weiter zu entwickeln, blieb aus Machterhaltungsgründen außen vor.
Kurz: Ohne Christentum hätte sich wahrscheinlich nichts geändert, ggf. nur um einige Jahre verzögert. Mit dem Kreuztod gab’s ein Boost für das Christentum, die Vernichtung antiker Wissensquellen, Hygieneprobleme und archaische Vorstellungen der Ethik. Schlechter Tausch, meiner Meinung nach.
Und wenn nicht? Wenn sie keine Motivation für eine Bekehrung hatte und es deshalb sein gelassen hätte?
Der Antisemitismus, also die Aversion gegenüber den Juden, würde sich nicht von allen anderen Aversionen gegenüber “Konkurrenzländer” unterscheiden. Das Argument, Jeezy wäre ermordet worden, fällt hingegen vollständig weg. Und wenn der größte und einzigste Gottessohn und wahrer Messias nicht in der Judenhassgleichung auftaucht, wäre man meiner MEinung nach nicht in der selben “Antisemitismusliga”. Wir würden es vielleicht “Judenlandhass” nennen, oder “Judenreligionsaversie”.
Hätte Pilatus Voltaire gekannt, dann wohl nicht, oder?
Habe ich dies richtig verstanden? Der “historische Zufall” (Jesus am Kreuz) wird als Gottesplan verstanden. Der Historiker ist Jeezys Selbstmordplan hingegen eine Fehldeutung eines Justizmordes? Die Hohepriester wollten ihn tot sehen, aber wegen der römischen Besatzung konnten sie nicht selbst handeln. Sie schoben Jeezys “Macht über das Volk” vor, und schrien sich die Seele aus dem Leib, als man zwischen Jesus und Barabbas auswählen durfte. Die SMS-Flut in dieser PSDS (Pontius Sucht Den Supertoten) hatte ihn veranlasst, aktiv zu werden. Er hat sich ja danach seine Hände in Unschuld gewaschen. Und dies wirkt desinfizierend, oder?
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Es ist keine Fehldeutung gewesen, sondern das Kalkül einer Priesterschaft, gepaart mit dem “Opfer” (eher. geplanter Freitod) eines Endzeitfanatikers.
Geradezu wahnsinnig finde ich die Behauptung, damit würde man auf die “menschliche Schwäche” verweisen, die der Glaube überwinden könnte! Hallo? GERADE der Glaube führte zum Tod Jeezys. Tausende von andere Gläubige um Jeezy herum starben an Altersschwäche, und weniger am Kreuze! Der fanatische JHWH-Glaube hat Tote gefordert und bekommen. Was wird da nochmals überwunden? Das Leben?
[1] http://www.bibel-online.net/text/luther_1912/matthaeus/10/#34