Der angefeindete ugandische Schwulen-Aktivist David Kato wird ermordet, doch die Polizei spricht von einem Zufall. Und nicht einmal auf seiner Beerdigung bleibt Kato von homophoben Anfeindungen verschont.
(…)
Kato wusste, dass ihm Tag und Nacht etwas zustoßen konnte, nach all dem Hass, der ihm entgegenschlug. Aber der 46-Jährige war auch ein Mann, der nicht aufzuhalten war, wenn er etwas wollte. Er hatte sich einer Aufgabe verschrieben, er kämpfte für die Anerkennung der sexuellen Minderheiten in Afrika. Und er wollte sich nicht verstecken. Dazu gehört großer Mut in einer Gesellschaft wie dieser, in der evangelikale Gruppen, muslimische Eiferer und selbsternannte Verteidiger vermeintlicher afrikanischer Werte die Stimmung gegen Homosexuelle anheizen.
(…)
Vergangenes Jahr versuchte eine Gruppe ugandischer Politiker mit Verbindungen zu rechten religiösen Kreisen in den USA, die schon bestehende Kriminalisierung Homosexueller zu verschärfen. Sie planten ein Anti-Homo-Gesetz, das die Todesstrafe ausweiten sollte und Spitzel-Paragrafen vorsah, wonach sich Bürger strafbar machen, wenn sie Homosexuelle nicht der Polizei melden.
Weiterlesen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/schwulen-aktivist-in-uganda-hetze-bis-ans-grab-1.1052746
Eklat bei Beerdigung von Homosexuellen-Aktivist
Bei der Beerdigung eines ermordeten Menschenrechtsaktivisten ist es am Freitag in Namirembe im ostafrikanischen Staat Uganda zu einem Eklat gekommen. Der Pfarrer bezeichnete bei der Einsegnung des für die Gleichberechtigung von Homosexuellen kämpfenden David Kato die schwulen und lesbischen Trauergäste als “Sünder”, die vernichtet werden sollten.
“Die Mitglieder der Gruppe, zu der Kato gehörte, sollten bereuen und zu Gott zurückkehren”, sagte der anglikanische Priester. Als es zu einem heftigen Wortwechsel kam, wurde der Priester von Einwohnern des Heimatdorfs des Ermordeten unterstützt.
Weiterlesen:
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2661686/eklat-bei-beerdigung-homosexuellen-aktivist.story
















































#1 von Uwe am 29. Januar 2011 - 09:36
“Bei der Beerdigung eines ermordeten Pfarrers ist es am Freitag in Namirembe im ostafrikanischen Staat Uganda zu einem Eklat gekommen. Ein schwuler Menschenrechtsaktivist bezeichnete bei der Einsegnung des gegen Gleichberechtigung von Homosexuellen kämpfenden Pristers die christlichen Trauergäste als „geisteskranke“, die vernichtet werden sollten.”
Nun stellt euch mal die Weltweite Empörung vor wenn ein solcher Artikel gedruckt würde.
Wie würden Kirche, Medien und Politik wohl darauf reagieren.
Aber wenn Homosexuelle abgeschlachtet werden, nur weil sie sich gegen Ihre Verfolgung auflehnen, juckt das scheinbar keine Sau.
#2 von DerHammer am 29. Januar 2011 - 09:42
sowas kommt raus wenn bibelgeschädigte auf die menschheit treffen ! und unsere verfolgten christen und kreuzerl maschierer ????
schweigen im walde . kein kommentar eines politiker aus europa geschweige aus den römischen diktator staat .
( zyn on ) es was halt nur ein schwuler mit pech der überfallen wurde ( zyn off )
ich warte nur noch auf den tag wo bei uns die ersten schwulen und lesben gedeckt durch hochmoralische christliche gesetze und werte gejagt werden dürfen . viel fehlt ja nicht mehr wenn man sich die hetzabsonderungen der gutchristen sich tagtäglich anhört !
#3 von peanut am 29. Januar 2011 - 10:15
Ich habe davon gestern auch schon auf einer anderen Seite gelesen. Furchtbar. Ich möchte nicht wissen, wieviele Gegner von Homosexuellen sich an der Nachricht aufgegeilt haben.
David Kato war ein mutiger Mensch, der sich für die Rechte Homosexueller und gegen Diskriminierung eingsetzt hat. Er klagte gegen das öffentliche Puting von Homosexuellen in der Presse. Diese hatten Homosexuelle mit Namen und Adresse veröffentlicht. Das in einem Land, wo man Menschen aufgrund ihrer Sexualität per Gesetzt töten lassen wollte.
In weiten Teilen Afrikas wird man geächtet für das Leben einer anderen HOmosexualität aufgrund des Glaubens. Der Vatikan kann stolz auf seine perverse Missionierung dort sein.
#4 von peanut am 29. Januar 2011 - 10:16
Outing*Gesetz* Morgen erst einmal lol
#5 von Jocker am 29. Januar 2011 - 10:28
Da wird wieder der Schwulenhetzlobby was ins Hoserl abgehen wenn kurz einer ihrer Feuchtträume real werden !
Bin gespannt auf die ersten auswürfe der Moralisten.
@peanut
Der Vatikan und grossteils Evangelikale Radaubrüder missionieren dort unten ! Mit den besten Verbindungen zu den Homo und Lesbenfeindlichen Gruppen in den u.s.a !
#6 von AndreasA am 29. Januar 2011 - 10:52
Wenn man es wagt, religiöse Menschen aufzufordern die Grundlage ihres Glaubens zu belegen oder gar einmal zu beweisen, dann wird einem “Kirchenhass” und “Christenverfolgung” vorgeworfen.
Natürlich sind dies nur Nebelkerzen, die der Masse verschleiern sollen, dass es keine Grundlage für irgendeinen Glauben gibt.
Sobald tatsächlicher Hass auf Randgruppen losbricht, ist die Religion plötzlich ganz vorne mit dabei und hetzt gegen Homosexuelle und Anders- und Nichtgläubige.
Diese Hetzte hat tatsächlich zur Folge, dass Menschen umgebracht werden, aber wer reagiert?
Mischt sich unser Präsident ein?
Prangert er die Rolle der Kirche bei der Verfolgung von Minderheiten an?
Nein!
Weinerlich wird darüber geklagt, dass im Dresdner Landtag nur 2 statt 6 Kirchentagsveranstaltungen durchgeführt werden!
Religion pervertiert die Gesellschaft!
#7 von Jocker am 29. Januar 2011 - 11:18
Religion pervertiert die Gesellschaft!
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5510065,00.html
#8 von Sheldon Lee Cooper am 29. Januar 2011 - 13:50
Und jetzt ratet mal, wer nächstes Jahr Präsident werden will:
http://gayrights.change.org/blog/view/mike_huckabees_best_buddy_wants_to_kill_gay_people_in_uganda?me=nl
#9 von Max Headroom am 29. Januar 2011 - 14:17
@Andreas A
Jep. Und die typische Antwort lautet bekanntlich “es sind andere Christen”. Da das Christentum so breit gefächert ist, distanziert man sich nur allzugerne von solchen Verfolgern. Es wäre ja auch peinlich, wenn man sich immer und immer wieder für die Stellen in der Bibel rechtfertigen muss. Selbst (angehende) Theologen suchen das Weite und probieren es lieber mit einer Umdeutung der Stelle. Religionen bieten mit ihrer Ideologie keine Lösung für die Zukunft. Ihr Halt ist eine eingebildete Gestalt. Das reicht schon, um auf der einen Seite zu verfolgen und zu töten, auf der anderen Seite mit offener Hand um Hilfe für die größte verfolgte religiöse Gruppe der Welt zu bitten.
Sehr gut erkannt.
Es ist immer wieder dasselbe: Beklagen tut man sich immer gerne. Vorzugsweise über die Untaten, die der eigenen Gruppe wiederlaufen. Es ist wichtig den Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass die Nächstenliebefraktion bei ihren Taten immer und immer wieder in Gefahr gerät. Wenn es mal bekannt wird, dass die Anhänger des Glaubens mehr als nur die Seite der Bergpredigt lesen und sich dann daran halten, so distanziert man sich von solchen falschen Schotten. Es könnte ja sein, dass das schöne christliche Bild von lieben Gott zerkratzt wird. Ist schließlich ja nicht uninteressant, welcher Heilige Geist diese Leute geritten hat, Kato zu töten.
@Topic
(zyn) Ich bin mir sicher, der Papst wird darauf aufmerksam machen, wenn er nach Deutschland kommt. Die Verfolgung von
HomosexuellenChristen darf so nicht weitergehen. Da muss die EU eingreifen! Unser Bundespräsident ist gefragt! (/zyn)Es wird sich (leider) nichts ändern. Die Christen werden verfolgt und bekommen Headlines an jeder Ecke. Verfolgende Christen sind schnell übersehen, denn sie sind ja “nur” eine Minderheit. Eine Randerscheinung.
Nein. Lieber ist es wichtig zu erwähnen, dass die Herrlichkeit Jesu die Maxime im Leben darstellt. Ungläubige sind die Hölle und Andersgläubige kommen nie in den Himmel, wenn sie sich nicht dem Jesusglauben hinwenden. Das ganze bitte staatlich subventioniert, schließlich sind die Summen aus dem Erbvermögen nicht mehr so wahnsinnig hoch, seit die Spekulationsblase geplatzt ist.
Bin gespannt, welche Schritte die “Normalgläubigekirche” nun gehen wird. Sie werden sicherlich hunderte von Spezialpriester ausbilden, ganze Scharen an Exorzisten, die nun nach Ostafrika fliegen und dort vor Ort die Dämonen aus den Leuten raushexen. Oder zumindest mit Aufklärungskampagnen der Bevölkerung auf die Sprünge helfen. Katholische Heime für verfolgte Homosexuelle werden eröffnet. Evangelen verteilen mit den Anglikanern kostenlose Kondome.
… oder auch nicht.
Schließlich ist die Frage ja wichtiger, ob homosexuelle Pfarrer zugelassen werden dürfen oder nicht. Religion poisons everything.
#10 von wildbetta am 29. Januar 2011 - 22:01
sehr passend:
Homophobie ist keinen Deut besser als Rassismus -.-
#11 von Barkai am 29. Januar 2011 - 23:42
Die Welt hat einen großartigen, mutigen Menschen verloren.
Ich hoffe, dass sein Andenken gebührend geehrt wird, wie all das jener Menschen, die damals in der Christopher Street aufgestanden sind oder wie das von Harvey Milk, der am Ende seine Courage ebenso mit dem Leben bezahlt hat.
#12 von Sheldon Lee Cooper am 30. Januar 2011 - 01:36
Da die US-Evangelikalen ja gerade beim Spurenverwischen sind, weil sie damit jetzt angeblich nichts mehr zu tun haben wollen, habe ich noch einen “Reminder” ausgegraben:
Das Schild deutet es ja an: Es ist schon sehr christlich! Das kann man wohl nicht bestreiten.
PS: Sexismus ist, wie man sieht, in diesem Schild auch noch implizit vorhanden.
#13 von ichso am 30. Januar 2011 - 14:00
@wildbetta:
Sehr guter Beitrag.
@topic:
Wenn ich das lese und mir die Worte von Herrn Lohmann zu einer Karvevalsnummer (“Das ist ein Fall von perfider Christenverfolgung.”) durch den Kopf gehen könnte ich vor Wut platzen.
Und die Vertreter dieses Gesindels stellen sich öffentlich hin und erzählen Humanist_innen und allen anderen, die es nicht hören wollen, etwas von göttlicher Moral…
Die Evangelikalen sind offensichtlich dran Schuld, aber wollen es bestreiten und ihre Spuren verwischen…aber sie stellen gern bei jeder Gelegenheit Ungläubige als deshalb bösartige und scheußliche Menschen dar.
Da fällt mir nur noch Brecht zu ein: “Die da reden von vergessen, die da reden von verzeihen, denen Schlage man die Fressen mit schweren Eisenhämmern ein.”
(Anderer Zusammenhang, aber von der Aussage her genau treffend.)