Runder Tisch “Sexueller Missbrauch” ohne Betroffene

Das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V. (netzwerkB) kritisiert die Zusammensetzung des Rundes Tisches zum sexuellen Missbrauch:

Seit über einem halben Jahr tagt der „Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“. Doch bis heute schließt er die Betroffenen von sexualisierter Gewalt aus.

Stattdessen zeigt die Zusammensetzung des Runden Tisches – von einigen wenigen Vertretern von Opferhilfeverbänden abgesehen – eine klare Dominanz gerade der Organisationen, Arbeitgeber- und Berufsverbände, in deren Reihen zahlreiche Täter zu finden sind.

Beispielhaft sei hier nur die Katholische Kirche genannt, in deren Reihen unzählige Fälle sexualisierter Gewalt vorgekommen und jahre- oder gar jahrzehntelang vertuscht wurden. Mit welchem Recht sitzen Vertreter einer Organisation, deren Interesse bislang ausschließlich der Täterschutz war, am Runden Tisch, während diejenigen, denen durch diese Vertuschung unsägliches Leid widerfahren ist, davon ausgeschlossen werden?

Die komplette Pressemitteilung von netzwerkB.

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  1. #1 von peanut am 29. November 2010 - 10:10

    Genau aus diesem Grund haben Opfer des Jesuitenorden den “Eckigen Tisch” ins Leben gerufen. Damit Opfer am Tisch sitzen und nicht Vertreter der Täter in ihrer Abwesenheit über sie reden. Hier gibt es dazu auch einen Blog

    http://www.eckiger-tisch.de/page/2/

  2. #2 von wahoonie am 29. November 2010 - 13:39

    hat sich wirklich irgendjemand erwartet, dass bei diesem runden tisch etwas für die opfer rüberkommt? mal abgeshen von dem übklichen “huch wie tut uns das leid”?

  3. #3 von DerHammer am 29. November 2010 - 14:31

    solange die justiz gegenüber den kinderschänder ihren 365 tägigen winterschlaf hält wird sich nichts bewegen . egal ob sich der tisch eckig rund oder kommission nennt !

  4. #4 von dinuma am 29. November 2010 - 15:38

    Doch doch, es wird sich schon was bewegen: man wird am Schluss sagen, dass “Fehler” begangen wurden und dass es allen fürchterlich leid tut (wie schon wahoonie sagt). Und wenn dann jemand Konsequenzen fordert, also z.B. eine juristische Aufarbeitung oder Entschädigungen, wird die Kirche sagen: Ja aber, wir haben doch gesagt, dass es uns leid tut!

    Es ist doch auffallen, wie Kirchenvertreter im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal konsequent immer nur von “Fehlern” und “Verfehlungen” reden, nie etwa von Straftat oder Verbrechen. Man will ja schliesslich nichts präjudizieren.

  5. #5 von deradmiral am 29. November 2010 - 15:38

    Das ist doch nur konsequent. Über Atheismus redet man auch ohne Atheisten. Auf diesen Trick hätte die DDR-Führung mal kommen müssen, dann hätten wir die Mauer wohl immer noch. Aber sie hat ja dummerweise die Gegenseite an den runden Tisch geholt.

    In Zukunft sehen runde Tische so aus:

    Mappus, Merkel und Grube diskutieren Stuttgart 21 am runden Tisch.
    Katholische Kirche, Evangelische Kirche und christliche Abgeordnete diskutieren die Abschaffung der Kirchenpfründe.
    Mörder, Diebe, Räuber und Strauchdiebe diskutieren die Stellenkürzungen der Polizei.

  6. #6 von pufaxx am 29. November 2010 - 21:53

    @Admiral: Yeees! So sieht das aus. Oder: Locker vom Hocker? Hektisch vom Ecktisch?